Hilfe für Kinder in Indien: Ein Projektbericht aus Bihar

Zu Beginn der Arbeit der Kinderhilfsorganisation und des Missionswerkes Inter-Mission im Dorfentwicklungsprojekt in Bihar, Indien, vor über 10 Jahren gab es weder Infrastruktur, Schulbildung, medizinische Einrichtungen noch Transportmöglichkeiten. Damals begann die Inter-Mission ihre Hilfe für Indien in diesem Projekt mit einer Vorschule und Grundschulklassen und seitdem kamen zahlreiche Angebote dazu. Laut §28 der UN-Kinderrechtskonvention hat jedes Kind das Recht auf Bildung. Und Bildung ist nach wie vor ein Schlüssel, um den Kreislauf von Armut und Benachteiligung zu durchbrechen und somit eines der erfolgreichsten Mittel der Hilfe zur Selbsthilfe. Auch wirkt es aktiv gegen die nach wie vor in Indien stark ausgeprägte Kinderarbeit.

Doch mit leerem Magen lernt es sich schlecht. Deshalb ist es zunächst immer ein vorrangiges Ziel den Hunger der Kinder zu stillen. Sie erhalten eine gute Ernährung, abwechslungsreiche Frühstücks- und Mittagsmahlzeiten, an Feiertagen und zu wichtigen Anlässen gibt es besondere Verpflegung. Die ausgewogene Ernährung wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Kinder und auch auf ihre Konzentrationsfähigkeit aus, bei unterernährten Schülern konnten deutliche Gewichtszunahmen verzeichnet werden. 171 Kinder besuchten die Schule vom Kindergarten bis zur 5. Klasse. 40 Schüler der Klassen 6-10, die auf die benachbarte staatliche Schule gehen, erhielten besondere Förderung. Drei unserer Schüler konnten die 10. Klasse erfolgreich abschließen und möchten nun eine Ausbildung an einem Berufskolleg absolvieren.

Neben dem normalen Lehrplan erhalten die Kinder Unterricht in geistlichen Themen, hören Geschichten aus der Bibel, lernen Lieder und erfahren von christlichen Werten wie Liebe, Nächstenliebe, Glück und Aufrichtigkeit. Etwa 40 Kinder kommen zum sonntäglichen Gottesdienst.

Auch die Förderung der Erwachsenen steht im Fokus. Im Dorf wurde eine Satellitenklinik für Schwangere eingerichtet. Der Bevölkerung sind die besonderen Bedürfnisse während der Schwangerschaft unbekannt, als Folge sterben viele Babys bei der Geburt und manchmal auch die Mütter. Neugeborene sind oft untergewichtig und unterernährt.

Durch monatliche Untersuchungen und medizinische Behandlung werden nun die schwangeren Frauen des Dorfes versorgt. Die Bewohner nehmen diese Einrichtung sehr dankbar an.

Weiterhin wurde ein Schneidereiprojekt für die älteren Kinder des Förderprogramms und die Frauen aus der Dorfgemeinschaft ins Leben gerufen. Dort werden über sechs Monate an fünf Tagen in der Woche über drei Nachmittagsstunden Kurse angeboten, die den Teilnehmerinnen ermöglichen, die Fertigung verschiedener Kleidungsstücke zu erlernen. Ziel ist ein Zusatzverdienst durch das Schneidern, mit dem sie das Familieneinkommen aufbessern können, also einen weiteren Weg aus der Armut zu finden. Ein Kurs mit 20 Teilnehmerinnen wurde bereits abgeschlossen, ein weiterer wird jetzt beginnen. Die Inter-Mission setzt verstärkt auf die Förderung von Berufsausbildung durch Ausbildungspatenschaften. Denn was hilft die beste Schulbildung, wenn im Nachgang keine berufliche Perspektive folgt? 

Auch ein Alphabetisierungsprogramm für Erwachsene wurde gestartet und zunächst von Frauen besucht. Mittlerweile beteiligen sich aber auch einige Männer aus dem Dorf am Lese- und Schreibunterricht.