Flüchtlingshilfe Irak

Flüchtlingshilfe Irak
Peter Gruschka spielte zusammen mit Markus Egger Anfang der 70er Jahre im Musical Hair mit und fand ebenfalls zum Glauben an Jesus Christus. Er lebt seit fast 20 Jahren im iraki-schen Teil von Kurdistan und hat zusammen mit seiner Frau einen Dienst an Wit
Flüchtlingshilfe Irak

Die entsetzliche Situation der Flüchtlinge im Nord-Irak bewegt uns sehr. Sie erinnern sich: Im vergangenen Sommer schreckten die Truppen der IS (Islamischer Staat) die ganze Welt auf, als sie in kurzer Zeit weite Gebiete des nördlichen Irak einnahmen, Städte und Dörfer überfielen und die Bewohner zwangen, sich ihren Glaubensvorstellungen entweder unterzuordnen oder ihre Heimat zu verlassen. Viele Zivilisten, Christen und Jessiden, wurden z.T. auf grausame Weise umgebracht und Hunderttausende flohen in den kurdischen Teil Iraks.

Über eine halbe Million Jessiden und Christen versuchen seither verzweifelt, im Kurdengebiet Wege zum Überleben zu finden. Riesige Flüchtlingslager sind entstanden und große Organisationen wie die UNO ringen darum, der gewaltigen Not zu begegnen. Dies reicht jedoch bei weitem nicht aus.

Die Inter-Mission hat einen vertrauenswürdigen Partner direkt vor Ort und konnte schon im September einen ersten Betrag für dringend benötigte Hilfe überweisen. Peter Gruschka (siehe separater Kasten) leitet dort ein Hilfswerk, das sich jetzt ganz auf die Hilfe unter den Flüchtlingen konzentriert. Hier einige Auszüge aus seinen E-Mails:

(08.10.14) „Heute hatten wir einen guten Tag im Kampf gegen die Flüchtlings-Misere – ich habe 100 Zelte ergattern können. Das ist zumindest ein Anfang… Wir haben u. a. ein improvisiertes Lager mit über 5000 Menschen adoptiert, und bis jetzt haben noch nicht alle Familien ein Zelt. Viele sind mit viel zu vielen in einem Zelt: Bis zu 14 Leute in einem kleinen Familienzelt… Viele schlafen noch draußen, aber es beginn kalt zu werden. Und dann brauchen alle Decken, Matten, Kocher und bald Heizung und Brennmaterial, und natürlich Kleidung… Tausende Familien haben noch keinen Platz in diesen Lagern ergattern können – eine halbe Million Menschen ist einfach zu viel…“ (21.10.14) „Inzwischen regnet es wie verrückt – wie lange werden die Zelte das aushalten? Während die Camps langsam aber sicher im Schlamm stehen. Wie kannst du deine Familie trocken halten, wenn es draußen gießt und du zu den Toiletten trapsen musst mit den Kindern. Und wie trocknest du die Kleidung in einem Zelt, das zu klein ist…“

(23.10.14) „ Es ist so gut wie unmöglich, die Lage wirklich unter Kontrolle zu bekommen, da immer mehr Flüchtlinge dazu kommen und das Wetter jetzt auf Winter schaltet. Wie soll man die Lager winterfest machen?... Wir sind froh, dass wir auch mit Hilfe eures Beitrages wenigstens einiges ins Rollen bringen konnten… Das Dorf Khanke, wo wir unsere Basis haben, hat 20 000 Einwohner und 60 000 Flüchtlinge. Das offizielle Lager dort kann noch nicht einmal ein Drittel der Flüchtlinge beherbergen. Wir konzentrieren uns deshalb auf die am meisten Bedürftigen und arbeiten in den Camps mit Gruppen von freiwilligen, meist jugendlichen Mitarbeitern. So ermutigen wir die Menschen in den Flüchtlingsgemeinschaften zur Selbsthilfe und Fürsorge für einander… Wir sind dankbar für eure Unterstützung, die ein wesentlicher Beitrag ist, damit wir Solidarität und Hilfe anbieten können in Form von Zelten, Matten und Decken, Kleidung, Kochern, Gasflaschen, Küchen-Utensilien und anderen Notwendigkeiten, sowie Reis und Mehl und… Es wird ein langer Winter werden, und die Zahl der Flüchtlinge nimmt immer noch zu. Wir sind dankbar für jeden Beitrag, ob groß oder klein, für jedes Gebet und für jeden Versuch, die Situation der Flüchtlinge zu verbessern…“