Berufsausbildung

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Ein kurzer Bericht über das Ausbildungsjahr 2013/2014 im Community College Mamallapuram/Poonjeri
Berufsausbildung
Andreas Rap
Andreas Rapp
ehemaliger Leiter von IID

IID – der Ausbildungszweig der Inter-Mission - startete im Mai 2005 in Mamallapuram (55 km südlich von Chennai) ein Community College, um Jugendlichen aus der armen Bevölkerung der Stadt und der Umgebung durch eine berufliche Grundausbildung eine längerfristige Perspektive zu bieten. Im Jahr 2009 wurde das College dann an den Stadtrand nach Poonjeri verlegt, wo die Unterhaltskosten niedriger sind und wo es für die Landbevölkerung leichter erreichbar ist. Zur Zeit befinden sich die Unterrichtsräume in einem gemieteten Gebäude. Jedoch konnte das benachbarte Grundstück mittlerweile gekauft werden, und die Vorbereitungen für den Bau neuer, eigener Räumlichkeiten sind in vollem Gange. Dieses College wird von den Jugendlichen der Umgebung gut angenommen, und so können wir mit weiterer Entwicklung rechnen.

Daniel Moses, der Leiter des College, hat neben der normalen Funktion auch großen Anteil an den Aktivitäten in der Bevölkerung der Umgebung. Unterstützt wird er durch Mr. Nirmal Kumar (Elektrik/-Elektronik), Mr. Anbarasan (Computer), Ms. Suji (Krankenpflege) und Mrs. Packiam Mary als eifrige Helferin. Sie trugen gemeinsam dazu bei, dass im Ausbildungsjahr 2013/14 insgesamt 74 Studenten mit einem Diplom abschließen konnten: 31 in Krankenpflegehilfe, 11 in Computeranwendung, 32 in Hauselektrik. In Aufbaukursen für Computeranwendung und Elektronik wurden darüber hinaus 17 Studenten gefördert.

Die alljährlichen Weihnachtsfeiern des College sind großartige Gelegenheiten, das Evangelium bekannt zu machen. Sie erfreuen sich wegen ihrer bunten und fröhlichen Aufmachung großer Beliebtheit und viele Eltern nehmen daran teil, was für hiesige Verhältnisse eher ungewöhnlich ist.

Im Februar 2014 wurde neben anderen Sozialprogrammen auch ein AIDS Aufklärungsprogramm durchgeführt, z.B. für die in der Umgebung wohnende besonders arme Bevölkerungsgruppe der Irular (sie leben vom Fang und Verkauf von Schlangen). Unsere Studenten säuberten dabei die Straßen oder gaben Hygiene-Aufklärung in den Haushalten. Unsere Elektrik-Studenten haben an einigen Stellen kostenlos die öffentliche Straßenbeleuchtung repariert und gewartet, wozu auch Solar-Systeme gehörten. Am Welt-Diabetes- Tag gab es ein Aufklärungsseminar im Chettinadu Medical College, und an den Welt-Krebsbzw. Welt-Herz-Tagen gab es besondere Aktionen in den umliegenden Dörfern. Diese fanden bei den Bewohnern dort stets ein erfreuliches Echo, da ja viele unserer Studenten in diesen Dörfern leben.

Neben der persönlichen Betreuung der Studenten, die immer auch an Glaubens- und familiäre Fragen heranführte, gab es einmal monatlich auf freiwilliger Basis ein Seminar mit Jüngerschaftsschulung. Hierzu kamen Mitarbeiter von YWAM (Jugend mit einer Mission) und anderen Organisationen und boten ein abwechslungsreiches und tiefgehendes Programm, wodurch die jungen Menschen in ihrem Vertrauen zu Gott gestärkt und ermutigt wurden.

πRevathy ist eine dieser jungen Menschen. Sie stammt aus der erwähnten Irular Bevölkerung. Gewöhnlich werden dort nach dem 15. Lebensjahr keine Mädchen mehr weiter zur Schule geschickt, aber die Eltern kannten uns von unseren sozialen Aktivitäten am Ort. Dennoch bedurfte es einiger Gespräche, bis sie ihrer Tochter erlaubten, weiter zur Schule zu gehen. Revathy zeigte zu Beginn ihrer Ausbildung zur Krankenpflegerin nur wenig Selbstwertgefühl und hatte häufig Depressionen. Am Abschlusstag jedoch stand sie vor über 150 Personen und berichtete zuversichtlich und mutig von ihren Erlebnissen und dem, was sie bei IID gelernt hat.

πGowtham ist ein junger Mann aus einer sehr armen Familie. Mit gutem Schulabschluss konnte er dennoch nicht weiterlernen, weil die üblichen Ausbildungsgebühren schlicht utopisch für jemanden aus seinen Verhältnissen sind. Er hörte dann von den geringen Kosten bei uns und absolvierte das erste Jahr als Elektriker souverän. Derzeit ist er im 2. Ausbildungsjahr und verdient daneben in einer Teilzeitbeschäftigung ein anständiges Gehalt.

Gowtham erzählt freimütig, dass er wohl als Bettler geendet wäre, wäre er nicht bei uns aufgenommen worden. So aber kann er zum Familieneinkommen erheblich beisteuern und sich selbst weiter entwickeln. Während der vergangenen acht Jahre wurden über 800 junge Frauen und Männer in unseren Kursen ausgebildet und fast alle haben in der umliegenden Region - nicht zuletzt in den Hotels und Restaurants in Mamallapuram sowie in neuen Krankenhäusern - gute Arbeitsplätze bekommen.