Editorial

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Der Leiter der Inter-Mission Deutschland, Markus Egger, besuchte Anfang des Jahres einige dieser Projekte. In einem Artikel der Ausgabe 2/2015 des Magazins PERSÖNLICH beschreibt er seine Erfahrungen in einem der Dorfentwicklungsprojekte in Nordindien.
Markus Egger
Markus Egger
Leiter der IM-Deutschland

„Gott hat Jesus Christus aus den Toten auferweckt und zu seiner Rechten in der Himmelswelt gesetzt, hoch über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen genannt werden wird.“  (Epheserbrief 1, 20 + 21)

Liebe Freunde der Inter-Mission,

der Nachmittags-Unterricht im Dorfentwicklungsprojekt Jirwa ist schon zu Ende, und die Kinder spielen äußerst fröhlich und etwas chaotisch mit Bällen auf dem großen Gelände. Unser Besuch hat auch eine Schar von Erwachsenen aus dem Dorf angelockt, und einige der Eltern unserer Projekt-Kinder haben sich zu uns gesetzt. Wir wollen von ihnen hören, was sie über das Projekt denken, das nun schon im dritten Jahr hier geführt wird. Alle äußern große Zufriedenheit, besonders auch über die Entwicklung ihrer Kinder.

Ich will von ihnen auch wissen, ob es für sie in Ordnung ist, dass die Kinder hier christliche Lieder lernen und Geschichten aus der Bibel. Auch hier kommen nur positive Antworten. Unser indischer Leiter, Franklin Joseph, ermutig die Eltern und verkündet, dass jetzt, wo ihre Kinder zur Schule gehen, schon in dieser oder der nächsten Generation aus diesem Dorf auch Doktoren hervorgehen könnten. Sie sollen dafür doch ernsthaft zu Gott beten. Einer der Väter antwortet darauf, sie würden dafür zu „Upper Wala“ beten. Natürlich will ich wissen, was das denn für ein Gott ist und erfahre, dass „Upper Wala“ für „der Allerhöchste“ steht. Das finde ich faszinierend, zumal ich verstehe, dass die meisten Menschen in Indien glauben, es gäbe einen Allerhöchsten.

Die indische Bevölkerung hat im allgemeinen keine Probleme an die Realität der Unsichtbaren Welt zu glauben und betet ein riesiges Heer von Göttern an, die alle verschiedene Namen haben und in verschiedenen Bereichen Hilfe versprechen. Dass es aber ein Bewusstsein für die Existenz eines Allerhöchsten gibt, ist mir neu. So frage ich, ob die Leute denn wüssten, dass der Allerhöchste einen Namen hat. „Issa“ sagt einer zaghaft, der offenbar in den Gottesdiensten im Projekt von Jesus gehört hat. „Ja“, bestätige ich mit großer Überzeugung, „der Name von Upper Wala heißt Jesus Christus. Es ist am besten, wenn ihr für Eure Kinder gezielt zu Jesus Christus betet, denn das ist der eigentliche Name von Upper Wala.“ Dabei kriege ich fast eine Gänsehaut, denn ich spüre, wie die Menschen diese Wahrheit offen aufnehmen.

Was für ein Geschenk ist es, dass wir von der Bibel her eindeutig wissen dürfen, wer der allerhöchste Gott und wie der Name dessen ist, dem alle Gewalt und Macht gegeben ist. Ich erinnere mich noch so gut an diesen Moment in meiner von Drogen geprägten Jugendzeit, als mir tief innerlich deutlich wurde, dass es den Einen gibt, der über allem steht und der genau weiß, wozu wir auf dieser Erde leben und wie wir dieses Leben gestalten sollten. Aber dieser Eine war für mich unendlich weit weg und völlig unerreichbar. Heute darf ich seinen Namen kennen und wissen, er ist nicht nur der Allerhöchste, sondern er kam auch selber in die Niedrigkeit unseres Menschseins und erniedrigte sich dabei bis hin zu seiner Kreuzigung. „Upper Wala“, der Allerhöchste, ist auch der Allerniedrigste geworden, um unsere Erlösung zu erkämpfen.

Mein Gebet ist es, dass die Menschen in Jirwa und in ganz Indien „Upper Wala“ persönlich kennen lernen und in Jesus Christus Erlösung und befreites Leben finden. Und dass auch wir in Europa neu begreifen, wie reich und beschenkt wir durch Jesus Christus sind. Danke, dass Sie mit beten!

Markus Egger