Indien – ein Land mit vielen Herausforderungen

Indien ist in sprachlicher, kultureller und religiöser Hinsicht ein ungeheuer vielfältiges Land, in dem Hindus, Muslime, Sikhs, Buddhisten und Christen zum Teil seit Tausenden von Jahren zusammenleben, derzeit mehr als 1,34 Milliarden Menschen, davon knapp 28% Kinder. Jedes Jahr kommen 17 Millionen dazu. Trotz der gewaltigen Fläche von fast 3,3 Millionen Quadratkilometern ist das Land dicht besiedelt. In einigen Teilen Nordindiens sowie am Unterlauf des Ganges liegt die mittlere Bevölkerungsdichte inzwischen bei annähernd 1000 Einwohnern je Quadratkilometer. 22 Sprachen sind offiziell anerkannt.

Die Situation in Indien ist sehr komplex. Eine genaue Darstellung der Herausforderungen u.a. in Bezug auf sozialer, wirtschaftlicher und Bildungsebene sowie aktuelle Informationen zur Christenverfolgung haben wir für Sie in einem PDF zusammengefasst. > Download Info-PDF

Erfahren Sie in den untenstehenden Projektberichten mehr über die einzelnen Situationen vor Ort.

Unsere Projekte in Indien

KINDERHEIME

Es gibt viele Gründe warum Eltern oder Verwandte nicht mehr in der Lage sind ihren Kindern ein sicheres Zuhause zu bieten. Die Folgen davon sind oftmals ein Leben auf der Straße ohne Betreuung, Bildung oder eine ausgewogene Ernährung. Doch nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die seelische und geistige Verfassung leiden darunter.

Eine Alternative zu diesem Leben auf der Straße sind die von der Inter-Mission unterstützten Kinderheime, welche von Christen aus einheimischen Partnerorganisationen geführt werden. Die Größe der Heime variiert stark, wobei die Kinder überwiegend in familienähnlichen Gruppen zusammenleben.

Neben Einrichtungen für Waisen oder Sozialwaisen sind im Laufe der Jahre auch solche für spezifische Problemgruppen entstanden. So gibt es spezielle Heime für Kinder aus Rotlichtvierteln, für an Polio erkrankte Kinder und für Aids-Waisen.

Um langfristig zu helfen, wird den Kindern nach Möglichkeit eine Berufsausbildung oder weiterführende Schulung in einem der Ausbildungszentren von IID (Inter-Mission Industrial Development Assn.) oder anderen Institutionen angeboten. So können sie ihren Lebensunterhalt später selbst bestreiten.

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DORFENTWICKLUNGSPROJEKTE

Besonders im Norden Indiens trifft man in weiten Gebieten auf völlig unterentwickelte und rückständige Dörfer. Da es im näheren Umfeld oftmals keine funktionierenden Schulen gibt oder Kinder aus Kastengründen nicht zugelassen sind, fehlt es ihnen sowie dem überwiegenden Teil der Eltern an einer grundlegenden Schulbildung.

Darüber hinaus leben hier ganze Familien am Existenzminimum und Kinder sind unter- oder mangelernährt. Damit für Kinder gar nicht erst eine Aufnahme in ein Kinderheim nötig wird, hat die Inter-Mission in Zusammenarbeit mit regional tätigen christlichen Werken inzwischen mehrere Dorfentwicklungsprojekte begonnen, welche die Familien selbst, als auch das gesamte Dorf stärken.

Mit einer persönlichen Patenschaft für ein Kind können Sie verschiedene Bereiche der Fürsorge sicherstellen. Das Patenkind erhält:

• gute Schulausbildung
• Kleidung
• gesunde und ausreichende Ernährung
• echte Zuneigung, Wertschätzung und Gottes Liebe.

Neben den Kindern selbst, profitieren von einer Patenschaft auch die Frauen des Dorfes, die mit diversen Schulungen zu den folgenden Themen gefördert werden:

• Hygiene
• Gesundheit
• Ernährung
• Kindererziehung
• Umgang mit Geld

Meistens wird für das Dorf ein einfaches Schulgebäude errichtet, welches die Dorfbewohner auch als Versammlungsraum nutzen können und das als Basis für eine christliche Gemeindearbeit dient. Aus unserer Erfahrung heraus können wir bestätigen, dass die Verkündigung und das Ausleben der guten Nachricht wesentliche Komponenten sind, um diese Dörfer aus ihrer Rückständigkeit und extremen Armut herauszuführen.

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TAGESSTÄTTEN

In verschiedenen rückständigen Dörfern und Großstadt-Slums ist das Angebot einer Tagesschule für Familien aus den ärmsten Bevölkerungsschichten ein wertvolles Angebot. In den meisten Fällen werden hier Kinder im Vorschulalter tagsüber betreut. Das bedeutet für sie eine sichere Umgebung und schulische Förderung während der Zeit des Tages, in der ihre Eltern ihrem Broterwerb nachgehen. Diese einfachen Zentren werden von Christen geführt und sowohl Kinder als auch Eltern erfahren hier durch biblische Geschichten, Lieder und Gebet von Gottes Liebe.

In Dörfern, in denen die öffentlichen Schulen diese armen Kinder nicht erreichen, werden Tagesschulen vereinzelt auch bis zur 5. Klasse geführt, damit die Kinder wenigstens lernen, mit Buchstaben und Zahlen umzugehen. Durch eine Patenschaft für ein Kind in einer Tagesstätte kann mit wenig Geld der Schulplatz für ein Kind sichergestellt werden.

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BERUSAUSBILDUNG VON JUGENDLICHEN

Seit vielen Jahren wird in Indien viel Wert auf rein akademische Ausbildungen gelegt, dabei sind solide handwerkliche Ausbildungsangebote wichtiger denn je. Denn der Arbeitsmarkt bietet heute für gut ausgebildete Männer und Frauen vielfältige Möglichkeiten. IID (Inter-Mission Industrial Development Assn.) hat im Laufe der Jahre einen für indische Verhältnisse hohen Standard in der beruflichen Ausbildung junger Menschen entwickelt, zumal sie nicht nur beruflich geschult, sondern auch in ihren Persönlichkeiten und Verhaltensweisen bewusst positiv geformt werden.

ANNERKANNTE AUSBILDUNGEN
Im Zentrum in Pallavaram, Chennai, können junge Männer in dreijährigen Ausbildungen die Berufe Tischler und Schlosser bzw. Mechaniker sowie Blechschlosser erlernen. Das Zentrum bietet Platz für 50 bis 60 Lehrlinge, die dort auch in einem Wohnheim zusammenleben und in einer parallel verlaufenden Jüngerschafts-Schulung aktiv geistlich gefördert werden. Die Ausbildung führt zu einem staatlich geprüften Berufsabschluss. – Diese Lehrlinge können über persönliche Patenschaften unterstützt werden.

JOBORIENTIERTE AUSBILDUNGEN
Für junge Leute, die keinen Schulabschluss vorweisen können, wurde das Konzept der sog. Community Colleges eingeführt. In ein- bis zweijährigen, informellen Ausbildungen, die auf die speziellen Bedürfnisse des Arbeitsmarktes abgestimmt sind, wird hier jungen Leuten eine effektive Vorbereitung auf offene Arbeitsstellen geboten. Junge Frauen können z.B. ein Diplom als Schwesternhelferin, Mode-Designerin/Schneiderin, sowie in Computer-Anwendung, Handel und Labor-Technik erlangen. Junge Männer als Haus-Elektriker, Kühlschrank- und Klimaanlagen-Techniker und in Computer-Anwendung und Computer Hardware. Community Colleges werden an verschiedenen Stellen in und um Chennai, aber auch in Pune geführt.

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UNTERSTÜTZUNG EINHEIMISCHER MISSIONARE

In Indien gibt es eine große Anzahl von einheimischen Missionswerken, die Pioniermission leisten und Gemeinden gründen. Aus diesem Grund hat sich die Inter-Mission dazu entschlossen keine Missionare nach Indien zu entsenden, sondern innerhalb der indischen Organisationen einheimische Missionare und Evangelisten in ihrem Dienst zu unterstützen. Diese Missionare zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine oder wesentlich geringere kulturelle und sprachliche Barrieren überwinden müssen, um den Menschen die gute Nachricht zu bringen. Dies sind sehr große Vorteile. Insbesondere, wenn man bedenkt, welch hohen Kosten eine Entsendung von Mitarbeitern aus dem Westen bedeuten kann und dass westliche Missionare von der indischen Regierung in aller Regel keine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Über unser Patenschaftssystem für Missionare kann daher mit wenig Geld die Grundversorgung für einen indischen Evangelisten sichergestellt werden. Der Missionar wird dabei von der Inter-Mission für ca. 7 Jahre unterstützt – innerhalb dieser Zeit wird er eine Gemeinde (oder mehrere) gegründet haben, welche für den Unterhalt seines Dienstes aufkommen kann.

PROJEKTPATENSCHAFT – HYGIENE, GESUNDHEIT, PERSÖNLICHE BEGLEITUNG

Mit einem monatlichen Betrag ab 10 € unterstützen Sie Teams unserer lokalen Projektpartner, die an unterschiedlichen Orten Aufklärungs- und Betreuungsarbeit, medizinische Hilfe, Frauenhilfe und vieles mehr leisten.

Unsere Projekte

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Asien

IndienNepalIndonesien

In Asien betreuen wir schwerpunktmäßig drei große Länder. Indien, Nepal und Indonesien. Informieren Sie sich doch hier etwas genauer über die einzelnen Projekte, indem Sie auf das entsprechende Land klicken.

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Afrika

Sierra LeoneGhanaÄthiopien

In Afrika bieten wir unsere Hilfe besonders in Form von Bildung an. Besonders in Sierra Leone, Ghana und Äthiopien sind wir in Kinderheimen und Dorfentwicklungsprojekten tätig.

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Europa

Deutschland, Hannover

Auch bei uns in Deutschland gibt es Projekte, die wir als sehr unterstützenswert erachten. Denn als Inter-Mission wollen wir uns auch regional für die Menschen unserer Stadt stark machen. Daher gibt es in Hannover ein Projekt der Inter-Mission gegen Altersarmut.

Sie haben Fragen zu unseren Projekten in Indien?

Sprechen Sie direkt mit dem richtigen Ansprechpartner!

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Martin Burger

+49 511 28374-16

Länderinformationen

Indien ist in sprachlicher, kultureller und religiöser Hinsicht ein ungeheuer vielfältiges Land, in dem Hindus, Muslime, Sikhs, Buddhisten, Christen zum Teil seit Tausenden von Jahren zusammenleben, derzeit mehr als 1,34 Millarden Menschen, davon knapp 28% Kinder. Jedes Jahr kommen 17 Millionen dazu. Trotz der gewaltigen Fläche von fast 3,3 Millionen Quadratkilometern ist das Land dicht besiedelt. In einigen Teilen Nordindiens sowie am Unterlauf des Ganges liegt die mittlere Bevölkerungsdichte inzwischen bei annähernd 1000 Einwohnern je Quadratkilometer. 22 Sprachen sind offiziell anerkannt.

Von Platz 31 auf Platz 10 in nur sieben Jahren – mit einer beängstigenden Geschwindigkeit ist Indien in den vergangenen Jahren auf dem Weltverfolgungsindex nach oben geklettert. Etwa 64 Millionen Christen gibt es auf dem Subkontinent – bei mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern sind sie aber nur eine kleine Minderheit (Stand 2018). Geht es nach Organisationen wie dem Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), sollen es noch weniger werden: Die Gruppe fordert ein Indien nur für Hindus. Christen hinduistischer Herkunft sollen mit der „Ghar-Wapsi“-Kampagne (= „Heimkehr“) zum Hinduismus zurückbekehrt werden. Die hindu-nationalistische Regierung von Premierminister Narendra Modi lässt die immer aggressiver auftretenden Extremisten gewähren und stärkt sie mit Anti-Bekehrungsgesetzen sogar. So bleiben gewalttätige Angriffe keine Seltenheit mehr und Angst und Unsicherheit bei den Christen steigen.

Wirtschaftliche Situation

Ohne Zweifel hat seit den 90er Jahren an vielen Orten ein starkes Wachstum stattgefunden, sowohl in der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion als auch bei den Dienstleistungen. In den Städten ist dadurch eine neue gut ausgebildete Mittelschicht entstanden, die sich zunehmend einen modernen Wohlstand leisten kann. Und schon bald wird Indien das größte und jüngste Arbeitskräftepotential der Welt haben. Dennoch ist die Wirtschaftsleistung (BIP) pro Kopf sehr niedrig. Doch weil der größte Teil der ständig zunehmenden Bevölkerung an den beeindruckenden Fortschritten nicht beteiligt ist, zählt es weiterhin zu den Entwicklungsländern mit einem sehr geringen durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen pro Jahr (Statista 2018: Indien 1.873 €, Deutschland 41.753 €). Der Unterschied zwischen arm und reich ist riesig wie eh und je. In den uferlosen Slums der Städte und in den unzähligen Dörfern leidet die Bevölkerung bittere Not und hat auch heute noch kaum eine Chance auf Bildung und sozialen Aufstieg. 66,5 % aller Inder leben auf dem Land, meist ohne Strom und Trinkwasser und ohne sanitäre Einrichtungen. 41 Millionen Kinder in Indien sind unterernährt. Überall leidet man unter häufigen Stromausfällen. In einer vielfach veralteten Infrastruktur hat das Verkehrsaufkommen beängstigende Ausmaße angenommen. Die beiden in besonders elenden Bedingungen lebenden Bevölkerungsgruppen, die „Unberührbaren (Dalits)“ und die ”Scheduled Tribes”, Indiens Urbevölkerung, machen zusammen ein Viertel der Bevölkerung aus (362 Millionen)! Für sie bleibt meist nur ein armseliges Tagelöhner-Dasein.

Soziale Spannungen

Auch wenn die Ernährungssituation seit den 1970er Jahren entscheidend verbessert werden konnte, ist noch immer mehr als ein Viertel der Bevölkerung zu arm, um sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können. Die schlechten Lebensbedingungen im ländlichen Raum veranlassen viele Menschen zur Abwanderung in die Städte (Landflucht), was dort zu hoher Arbeitslosigkeit führt. Nur ca. 10 Prozent aller Beschäftigten stehen in einem vertraglich geregelten Arbeitsverhältnis. Fast ein Drittel der Einwohner der Millionenstädte lebt in Elendsvierteln. Dharavi in Mumbai (Bombay) ist mit mehr als einer Million Menschen der größte Slum Asiens. Schwierig ist auch die Koexistenz größerer religiöser Minderheiten mit der Mehrheit der Hindus. Die Geburt einer Tochter wird als Unglück angesehen, weil die Familien bei der Heirat eine hohe Mitgift zur Verfügung stellen müssen, die die Familien oft in den finanziellen Ruin führt. Frauen bekommen eine geringere Ausbildung, vernachlässigte medizinische Versorgung und werden unterbezahlt.
Weit verbreitete Korruption, separatistische Bewegungen, Religionskonflikte, kommunistische Anarchisten, der zunehmende Mangel an Frauen sind ungelöste Probleme. Der Druck zur Konformität innerhalb der unzähligen sozialen Gruppierungen (Kasten) ist nach wie vor stark und der religiöse Glaube spielt im Alltag eine herausragende Rolle. Wer nicht in seiner Religion, bei seiner Kaste, deren Gewohnheiten und Ritualen bleibt, muss mit drakonischen Maßnahmen rechnen: Ausschluss aus der Familie, Enterbung, physische Gewalt. In einer zunehmenden Zahl von Bundesstaaten wie Chhattisgarh, Madhya Pradesh und Gujarat steht der Wechsel der religiösen Zugehörigkeit unter Strafe.

Bildungswesen

Schulbildung für alle ist ein anerkanntes politisches Ziel. Doch der Staat investiert vor allem in die Elitehochschulen und lässt gleichzeitig die Grundschulen – vor allem auf dem Land – auf einem kümmerlichen Stand verharren. Allgemeine Schulpflicht besteht von 6 bis 14 Jahren. Während dieses Zeitraums ist der Besuch öffentlicher Schulen kostenlos. Heute werden zwar fast alle Kinder – zumindest Jungen – tatsächlich eingeschult, in den höheren Klassenstufen steigt die Zahl der Abbrecher aber stark an. Vor allem im ländlichen Raum erhalten daher viele Kinder nur eine äußerst geringe Schulbildung. Ein großer Schwachpunkt ist auch das bisher kaum entwickelte Berufsschulwesen, denn nur etwa 2 Prozent aller am Arbeitsmarkt registrierten Personen verfügen nach Regierungsangaben über eine berufliche Qualifikation.

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen ist überwiegend staatlich, dazu gibt es zahlreiche private Krankenhäuser. Obwohl die Gesundheitsbetreuung auf dem Land verbessert wurde, insbesondere durch Erste-Hilfe-Stationen in den Dörfern, besteht noch ein großes Stadt-Land-Gefälle. In vielen Dörfern gibt es keine medizinischen Einrichtungen. Verschlimmert wird die Lage durch schlechte hygienische Bedingungen, wie fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen, sowie Unterernährung. Ähnliche Bedingungen herrschen in städtischen Elendsvierteln. Seuchen wie Malaria, Tuberkulose und Cholera sind in manchen Regionen noch immer ein großes Problem. Indien zählt mit 39,4% zu den Ländern mit der höchsten Kindersterblichkeit überhaupt. Krankheiten wie Lungenentzündungen, Malaria und Durchfallerkrankungen sowie die chronische Unter- bzw. Mangelernährung gelten als häufigste Todesursachen.

Ausblick

Enorme Investitionen in Bildung, Ausbildung und Gesundheitswesen werden nötig sein, um die Arbeitsplätze, die Wohnungen und die Infrastruktur zu schaffen, die allgemein erhofft werden, und auch um das Leben in den Dörfern und Städten lebenswerter zu machen. Nur breites Wachstum kann helfen, denn 400 Millionen Inder – Männer, Frauen, Kinder, ein Drittel aller Armen der Welt – leben immer noch in Armut. Und für viele, die in den letzten Jahren der Armut entronnen sind, ist es keinesfalls sicher, ob dies so bleibt. Denn aufgrund des Weiteren Wachstums der Bevölkerung – jährlich rund 17 Millionen dazu – ist in manchen Gebieten Indiens die Zahl der Armen während des letzten Jahrzehnts sogar noch gestiegen. Indien steht vor gewaltigen Herausforderungen bei der Armutsbekämpfung und in der Bildungs- und Infrastrukturentwicklung. Knapp 30 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze von 1,25 US-Dollar pro Kopf und Tag. Rund 69 Prozent haben weniger als 2 US-Dollar pro Tag zur Verfügung. Auf dem Human Development Index der UNO (2018) steht Indien auf Platz 130 unter 189 erfassten Staaten. Während es weltweit die meisten Millionäre und Milliardäre beheimatet, liegt Indien bei vielen Sozialindikatoren deutlich unter den Durchschnittswerten von Subsahara-Afrika. Die erhofften massiven Beschäftigungseffekte des Wachstums sind bislang ausgeblieben.
(Quellen: Auswärtiges Amt, bsp (Bundesanstalt für Politische Bildung), Statista 2018, WFP (World Food Programme) Open Doors Deutschland e.V.,