November 2014

November 2014
Christus spricht: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Matth. 25,40
Dr. Helmut Brückner
Dr. Helmut Brückner
Mitglied im Vorstand der IM-Deutschland

14. September feierten wir im EXPO-Wal Hannover mit vielen Missionsfreunden unter dem Motto „Zukunft & Hoffnung“ das 50-jährige Bestehen der Inter- Mission. Als ich am Morgen dieses Sonntags die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine aufschlug, las ich als Wochenspruch das eingangs zitierte Wort Jesu und im Lehrtext das paulinische Wort: Das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ (Gal. 5,14). Konnte es passendere Bibelstellen für diesen wunderbaren Tag geben? Jesus identifiziert sich mit den Ärmsten der Armen, mit den am Rande der Gesellschaft Stehenden. In dem Bettler in Indien, aber auch in dem Obdachlosen in meiner Stadt ihn selbst zu sehen – das ist die Perspektive, zu der er uns einlädt. Und seit 50 Jahren lässt die Inter- Mission das Wort von der Nächstenliebe Tat werden, übersetzt die Liebe Gottes in konkrete Hilfe für bedürftige Menschen in Indien, aber auch in Sierra Leone und vor der Haustür in Hannover. Dies wurde in den verschiedenen Beiträgen, in Interviews mit Hauptakteuren – nicht zuletzt mit Jochen Tewes, der von Beginn an dabei war – deutlich. Die Zahl 50 hat im biblischen Kontext eine besondere Bedeutung. Bei den Israeliten war das 50. Jahr das sog. Gnaden- oder Jubeljahr, denn es war Brauch, allseits die Schulden zu erlassen (3.Mose 25,10). Jesus greift das bei seiner Predigt im Tempel auf, als er aus Jesaja 61 zitiert: „Der Geist des Herrn ist auf mir … zu verkünden das Gnadenjahr des Herrn“ (Luk. 4,19). Mit ihm kommt dieses Gnadenjahr Gottes, der befreiende Erlass aller Schuld, zu uns Menschen. 50 Tage liegen zwischen dem Passahfest (Auszug aus Ägypten) und dem Schawuot, dem Erntedankfest. Dabei erfolgte die Erneuerung des Bundes. 50 Tage nach Jesu Auferstehung (Ostern) erfahren die Jünger die Ausgießung des Heiligen Geistes (Pfingsten). Dadurch werden sie ausgerüstet und bevollmächtigt für die Mission (Apg. 2).
Das sind wichtige Impulse auch für die Inter-Mission. Im 50. Jahr ihres Bestehens erkennen wir dankbar, immer wieder Gottes Gnade erfahren zu haben. Wir können jubeln über seine Güte und dürfen mit neuer Ausrüstung und Bevollmächtigung rechnen. Am Ende der Festveranstaltung in Hannover sang Lothar Kosse am Bühnenrand sitzend: „Du bist ein wunderbarer Hirt‘.“ Das haben wir als Inter-Mission in den letzten 50 Jahren stets neu erfahren. Und das ist der Garant für die kommenden Jahre. Wir dienen einem Gott, der uns persönlich, der Inter-Mission und den uns anvertrauten Menschen Zukunft & Hoffnung gibt.