Aktuelle Meldungen

In diesem Bereich informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Meldungen aus unseren Projekten oder dem derzeitigen Weltgeschehen.

Das Corona-Virus in unseren Projekten

Stand 10.06.2020

Nepal – Strenge Ausgangssperre im Lockdown erschwert Nothilfe

Vor fünf Jahren starben bei einem schweren Erdbeben in Nepal fast 9000 Menschen. Noch heute leidet das Land vielfach unter den Folgen. Viele verarmte Familien haben durch das Erdbeben ihre Einkommensquelle verloren. Außerdem sind viele Schulgebäude nach wie vor zerstört. Der langsame Wiederaufbau bekannter Kulturstätten wegen fehlender Geldmittel hält die Touristen, eine wichtige Einnahmequelle für diese arme Region, fern.

Corona ist ein Problem – der Hunger ein noch Dringenderes

Nun aber leidet das Land, wie viele andere, auch noch unter der Corona-Pandemie. Und die Nebenwirkungen des Virus stellen für die Menschen oftmals eine noch größere Gefahr dar als das Virus selbst. Hunger. Durch die Pandemie und den damit verbundenen Lockdown haben viele Menschen ihre Arbeit verloren oder können dieser nicht mehr nachgehen. Da die Menschen hier „von der Hand in den Mund“ leben gehen ihnen die Lebensmittel aus, denn es ist kein Geld da um Nachschub zu kaufen. Viele Märkte sind geschlossen und wenn Lebensmittel zu bekommen sind, sind sie teuer und damit für die arme Bevölkerung nicht mehr bezahlbar.

Eine weitere Gefahr besteht für unsere Patenkinder darin, dass die Schüler, genau wie nach dem Erdbeben, nicht mehr in die Schule zurückkehren. Außerdem steigt das Risiko des sexuellen Missbrauchs. Hier versuchen unsere Partner vor Ort mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, damit sie nicht verloren gehen.

Unser Projektpartner schreibt:

„Wir sind hier seit den letzten 3 Monaten wirklich eingesperrt. Der Lockdown wird wie eine komplette Ausgangssperre gehandhabt. Wir haben kaum eine Möglichkeit das Haus zu verlassen. Sicherheitskräfte sind überall am Straßenrand und überwachen dies. Trotz dieser Situation ist es uns gelungen Nothilfe für bedürftige Menschen in Kathmandu zu leisten, die nichts mehr zu Essen hatten. An einigen Stellen haben wir eine Hilfsverteilungsstation eingerichtet und sie versorgt, aber die meisten Familien konnten wir mit Hilfe angemieteter Fahrzeuge zu Hause mit Nahrungsmittel beliefern. Auch haben wir ein Drogenrehabilitationszentrum finanziell unterstützt. Es gab 20 Menschen, die regelmäßig behandelt wurden, denn alle litten sehr unter der Nahrungsmittelknappheit im Zentrum. Insgesamt konnten wir 160 bedürftigen Familien in Kathmandu Nothilfe leisten und werden unsere Hilfe hier noch ausweiten.“

Der Rautahat-Distrikt, in dem auch die Inter-Mission ein Projekt unterstützt, wurde zu einem Hotspot des Virus und ist von Corona stark betroffen. 60% der Unterstützung aus dem Corona-Solidaritätsfonds, die unsere Projekte in Nepal erhalten haben, wurden dazu genutzt die Patenkinderfamilien zu unterstützen. Seit Wochen arbeiten die Partner unserer Organisation in Nepal daran, den Familien der Schüler Nothilfe zu leisten. Aber wegen der Sperrung sind dort alle Banken und Märkte geschlossen, was die Unterstützung erschwert.

Reis und Hülsenfrüchte werden durch die Partner der Inter-Mission in Nepal verteilt

Nahrungsmittel werden in Nepal auf dem Rücken nach Hause transportiert



Stand 06.05.20

Indien – der Lockdown als Gefahr für die Kinder

Durch den Lockdown in Indien wurden alle Schulen geschlossen und auch unsere Heimkinder wurden zurück zu ihren Familien geschickt. Jedoch stehen unsere Mitarbeiter über Videoanruf in regelmäßigem Austausch mit den Kindern.

Eine Umfrage eines unserer Partner ergab beunruhigende Ergebnisse in Bezug auf das Wohl der Kinder in den Familien. Hunger taucht wieder als beängstigende Realität auf. Etwa die Hälfte der Kinder gab an, dass es ihnen nur darum geht, irgendwie zu überleben. Mehr als die Hälfte der Kinder hat eine tägliche Versorgung mit Lebensmitteln angefragt, da in den Familien schon ohne ihr Daheimkommen Hunger herrschte und das Essen nun noch knapper wird. 97% der Kinder wünscht sich eine schnelle Rückkehr ins Heim. Auch geben viele Kinder an, dass sie sich nicht sicher fühlen in den Familien. Oftmals fühlen sich unerwünscht und haben Angst vor häuslicher Gewalt.

Mehr als 1.000 Lebensmittelpakete wurden an die Familien verteilt. Diese werden u.a. aus den Mitteln des Corona-Solidaritätsfonds der Inter-Mission finanziert, an dem sich schon viele Spender beteiligt haben. Dafür möchten wir uns im Namen aller Kinder bei unseren Spendern von Herzen bedanken.

Menschen stehen Schlange für Lebensmittel

Lebensmittel werden in den armen Dörfern verteilt


Stand 28.04.2020

Wie die Armen den ärmsten der Armen helfen

Es ist gut zu sehen, dass die Menschen in unseren Projekten nicht nur an sich selbst denken, sondern auch dringend benötigte Nahrungsmittel an Bedürftige in der Nachbarschaft verteilen. Dabei haben sie auch ein Ohr für die Nöte und Ängste der Menschen.

Indien – Chennai - Nachricht eines unserer Partner in Chennai:

„Ich möchte mich wirklich bei allen bedanken, die treu gebetet haben. Außerdem haben viele von Ihnen großzügig gegeben, um uns dabei zu helfen, Leben zu berühren. Wir haben Beziehungen aufgebaut und Gottes Liebe in einer sehr schwierigen Zeit im Leben vieler Menschen offenbart, die auf der Straße zurückgelassen wurden, obdachlos, ohne Arbeit und ohne Essen. Ihre Spende hat unsere Mitarbeiter, unsere Dorfpfarrer und mich befähigt, gemeinsam dem Herrn in unserer ganzen Nation zu dienen. Preiset den Herrn!“ 

„Unsere Mitarbeiter wissen, wie wichtig es ist, Menschen nicht nur zu mit Nahrung zu versorgen, sondern sie persönlich zu erreichen und ihnen Trost zu spenden. Es ist einfach, Nahrungsmittelpakete zu erstellen und sie abzugeben, um den Menschen für den Moment zu helfen, unsere Mitarbeiter bauen jedoch Beziehungen zu den Menschen vor Ort auf und lassen sie fühlen, dass sie nicht allein sind und ihr Schicksal uns berührt.“

Afrika – Sierra Leone - Ein Auszug aus einer Mail eines Mitglieds des Leitungsteams einer Blindenschule

Erste Fälle sind leider nun auch in Sierra Leone aufgetreten.

„Es ist geplant, Reissäcke zu kaufen und sie an Familien von Schülern und Lehrern zu verteilen, um sie zu ernähren, wenn die Situation dies zulässt, und Seife zu kaufen (wie sie während der Ebola-Epidemie verwendet wurde). Ich bin mir der Unterstützung von Inter-Mission voll und ganz sicher.“ 

„Die Berichte über die Infektionsfälle steigen und wir beten weiterhin für die Nationen auf der ganzen Welt, dass Gott die Weisheit und Einsicht gibt, um dieser Pest ein Ende zu setzen, und wir glauben, dass Gott antworten wird.“

In Uganda helfen die Mitarbeiter in den Projekten die umliegenden Familien zu ernähren

Indische Frauen packen Nahrungsmittel für Familien


Stand 10.04.2020

Gelder aus dem Corona-Solidaritätsfonds kommen an

Durch die großzügigen Spenden in unseren Corona-Solidaritätsfonds und durch freie Spenden konnten in unseren Projekten viele Menschen mit dringend benötigten Nahrungsmitteln und mit Hilfsmitteln wie einem Mund-Nasenschutz und Desinfektionsmitteln ausgestattet werden. Mobile Desinfektions- und Waschstationen für entlegene Gegenden und für unsere Schulen wurden angeschafft. Dafür sind wir unendlich dankbar und es zeigt sich, dass wir einen Unterschied bei den Menschen vor Ort machen und so Nächstenliebe praktisch leben können.

In Deutschland machen die über 65-jährigen 21 Prozent der Bevölkerung aus, in Afrika sind es nur 2 Prozent, also nur ein sehr geringer Teil der Menschen, der laut Experten ein hohes Risiko für Covid-19-bedingte Komplikationen hat. Dies und die mangelnde Möglichkeit der Testung können u.a. die Gründe für die immer noch sehr niedrigen berichteten Fallzahlen an Todesopfern durch das Corona-Virus in Afrika sein.

Viele Menschen in unseren Projektländern sind mangelernährt und haben Co-Infektionen. Zudem ist das Gesundheitssystem vielerorts in einem desolaten Zustand. In ganz Afrika stehen laut Medienberichten ca. 500 Beatmungsgeräte in Krankenhäusern zur Verfügung. Würde die Zahl der Beatmungspatienten also ansteigen, wird es ganz schnell katastrophale Folgen haben. Viele Krankenhäuser haben bereits geschlossen, weil nicht mehr genügend Personal zur Verfügung steht. Durch den Lockdown in Uganda können viel nicht mehr den Weg zur Arbeit in den Krankenhäusern antreten, weil keine Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Dadurch werden auch viele Patienten mit Malaria, Tuberkulose oder HIV nicht mehr behandelt. Die zu befürchtenden Kollateralschäden sind also enorm.

Dies gilt auch für viele Vorerkrankte in Indien. Hier hat sich das Problem der Millionen Wanderarbeiter nicht erledigt. Mit Polizeigewalt und Erniedrigungen werden diese von den Straßen geprügelt. Aber wo sollen sie hin? Viele liegen nach der Ausgangssperre weiterhin mittellos in den Großstädten herum oder sind immer noch zu Fuß unterwegs in ihre Heimatdörfer wo sie das Virus mit einschleppen. Es gibt auch Berichte von Wanderarbeitern, die in sogenannten Quarantäne-Lagern an Mangelernährung gestorben sind. Es gibt aber auch Positives zu berichten. Einer unserer Partner im Bereich Ausbildung hat eine Maske für Krankenhäuser entwickelt, die im 3D-Drucker hergestellt werden kann. Diese Entwicklung wurde auch an andere Krankenhäuser im Land weitergeleitet, um Ärzte und Pfleger zu schützen.

In Indien wird Essen an Bedürftige ausgegeben

Masken aus dem 3D Drucker werden hergestellt



Stand 31.03.2020

Corona-Update - NGO´s sollen helfen

Das Virus breitet sich in Indien weiter aus. Bilder aus den Nachrichten zeigen uns Wanderarbeiter, die wegen der rigorosen Ausgangssperre massenhaft indische Großstädte verlassen, um in ihre Heimatorte zurückzukehren. Aber weder Busse noch Bahnen fahren zurzeit. Die lokalen Behörden in Indien fordern einige Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO´s) auf, sich zu melden und den Menschen zu helfen. Dafür bekommen sie eine Sonderlizenz zur Aufhebung der Ausgangssperre. Auf dem untenstehenden Foto sehen wir ein Team unserer lokalen Partner mit Lebensmittel-Tüten, die sie an die arme Bevölkerung verteilen. Helfer in den Projekten arbeiten daran, Mund- und Nasenschutzmasken für die Menschen vor Ort zu nähen und diese zu verteilen. Positive Nachrichten können wir zurzeit in den Medien über Afrika wahrnehmen. Viele afrikanische Länder haben sehr früh reagiert und Schulen und Universitäten geschlossen. In Sierra Leone wurden bereits im Januar alle Einreisenden aus China in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Wir können nur hoffen und beten, dass diese Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen…

Nahrungsmittelpakete werden an die Armen verteilt

Mund-Nasenschutzmasken werden in Indien genäht



Christenverfolgung Aktuell

Der jährlich erscheinende Weltverfolgungsindex ist eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen die stärkste Verfolgung wegen ihres Glaubens erleben. Er wird von einem ausführlichen Bericht darüber begleitet, wie sich Verfolgung in diesen Ländern äußert und auswirkt. Ziel ist es, Kirchen, Medien, Politik und Gesellschaft auf die Situation der bedrängten Kirche aufmerksam zu machen. Vor allem aber ist der Weltverfolgungsindex ein Aufruf zum Gebet und praktischen Einsatz für unsere weltweit am stärksten unterdrückten Glaubensgeschwister.

Laut Open Doors Deutschland steht Indien 2019 auf Rang 10 des Weltverfolgungsindex und hat sich um zwei Punkte innerhalb eines Jahres verschlechtert. Dies ist sicherlich auch der zurzeit noch bestehenden Regierung unter Premierminister Modi geschuldet.

Doch bald werden Neuwahlen stattfinden. In Indien werden die Wahlen auf dem Land gewonnen, sagt man, und vielleicht ist der begnadete Redner Modi aufgrund der zahlreichen Enttäuschten diesmal doch zu schlagen?

Das wäre auch die Hoffnung vieler Christen Indiens, denn in ihren Augen hat der in den letzten Jahren durch die Regierungspartei offen propagierte Hindu-Nationalismus das Leben für Kirchen und christliche Organisationen erheblich erschwert. Mit der propagierten Schwarzgeldbekämpfung und Demonetarisierung kam dann die fast vollständige Kontrolle der Bankkonten durch den Staat und viele, die Gelder aus dem Ausland erhalten, mussten erleben, wie diese Kontrolle zunehmend rigide gehandhabt wurde und wird. Von Seiten der Behörden werden gerne auch mal Gelder vorschnell zurückgehalten. Dies betrifft mittlerweile fast alle Partner der Inter-Mission. Man könnte hierbei von „Schikane“ sprechen. Der regierungsseits geförderte Hindu-Nationalimus gab außerdem den militanteren Kräften der landesweit agierenden RSS-Gruppierung Auftrieb. Die Kehrseite hiervon sind jedoch zunehmend Übergriffe gegen Pastoren und christliche Versammlungen. Die Kommission für Religionsfreiheit der ‚Evangelical Fellowship of India‘ benannte kürzlich in einer Pressemitteilung deren Gesamtzahl im Jahr 2018 mit 325 und vermeldete damit die Fortsetzung des seit 2017 registrierten, erheblichen Anstieges. Zahlreiche Kirchen, Priester und Pastoren wurden angegriffen, bedroht oder eingeschüchtert. Und auch hier waren und sind Partnerwerke der Inter-Mission betroffen.

Somit ist es an uns, Tag für Tag erneut für eine von Gottes Weisheit geprägte Regierung zu beten und unsere Schwestern und Brüder vor Ort im Gebet unter Gottes Schutz zu stellen.

Quelle: Open Doors Deutschland, Evangelical Fellowship of India, Auszug Persönlich 2/2019