Aktuelle Meldungen

In diesem Bereich informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle Meldungen aus unseren Projekten oder dem derzeitigen Weltgeschehen.

Das Corona-Virus in unseren Projekten

Stand 06.08.2020

Indien: Projektbericht aus unserem Dorfentwicklungsprojekt V16

Der Leiter unseres Dorfentwicklungsprojekts V16 schreibt in einem Rückblick auf die ersten Monate nach Pandemiebeginn:

Liebe Partner, liebe Freunde

wir freuen uns über die Gelegenheit euch Informationen zur zweiten Quartalshälfte von 2020 geben zu können. Wir sind alle gesund und bewahrt. Kürzlich schrieb ich meine persönlichen Gedanken zu dieser Pandemie, die ich hier weitergeben möchte. Sie sind recht ausführlich, geben aber die derzeitige Lebensrealität hier in Gotlam wieder.

Im Moment steigt hier und in der Umgebung die Zahl der Neuinfektionen rapide an. Bitte beten Sie weiterhin für uns, besonders die Mitarbeiter, die immer noch unermüdlich und selbstlos im Einsatz sind.

Unser besonderer Dank für großzügige finanzielle Hilfen geht an Inter-Mission Deutschland, die kanadische Bridge of Hope Society und Freunde aus Großbritannien.

Gedanken vom Bridge of Hope Campus

Ungewissheit scheint die derzeitige Normalität zu sein, aber haben wir nicht gute Gründe dankbar zu sein, wenn wir frische keimfreie Luft einatmen können, ohne ein Atemgerät dafür zu benötigen?

Nachrichten über die neuartige Corona-Virusinfektion erreichten uns Ende Dezember 2019. Ende Januar 2020 gab es in Indien in Kerala den ersten Fall. Heute hat Indien neben den USA und Brasilien die dritthöchste Infektionsrate, zusammen tragen diese drei Staaten zu mehr als der Hälfte der weltweiten Infektionen bei. Während ich diese Gedanken zu Papier bringe, gibt es einige bestätigte Corona-Erkrankte hier in unserem Dorf. Die Reihe von Lockdowns hätte die Verbreitung der Infektionen verlangsamen können, doch da die Übertragung innerhalb der Bevölkerung bereits begonnen hat, wird sich das Virus weiter verbreiten und damit werden die vielfachen Auswirkungen der Pandemie uns noch lange Zeit beschäftigen.

Das Leben änderte sich allmählich und definitiv mit der ersten Ausgangssperre am 21. März 2020, der eine Reihe von nationalen Lockdowns und dann wieder Lockerungen folgte. Von einem Lockdown hatten wir noch nie zuvor gehört, selbst meine betagten Eltern haben ihn je erlebt. Am 26. März, dem Morgen nachdem der nationale Lockdown verhängt worden war, stand ich im Supermarkt in der Schlange, um einige Grundnahrungsmittel für die Familie zu besorgen. In den Läden gingen die Waren langsam aus, da die Menschen in Sorge um eine Nahrungsmittelknappheit sich so viel sie konnten in die Einkaufskörbe packten.

Der Empfehlung der staatlichen Behörden folgend wurden alle Bewohner unseres Campus (Kinderheim und Berufsausbildungszentrum) nach Hause geschickt. Im Shalom-Krankenhaus behandelten wir ambulante Patienten und Notfälle während des gesamten Lockdowns. Operationen und Routineaufnahmen zu Behandlungszwecken wurden nicht mehr durchgeführt. Patienten, besonders Kinder, die in sehr schwierigen Verhältnissen leben, durften wir für kurze Zeit aufnehmen. Somit sind wir nur noch wenige Verbliebene auf dem Campus und kümmern uns zusammen mit dem Betreuungspersonal um elementare Hilfeleistungen einschließlich der Instandhaltung des Campus.

Jeden Morgen bin ich mit vielen wichtigen Fragen konfrontiert, auf die es keine klaren Antworten gibt. Manchmal stellt ein Kind ganz unschuldig eine Frage oder es gibt Situationen, in denen die Antworten ernsthafte Konsequenzen für den Fragenden beinhalten. Zu Anfang der Pandemie gab es von der Regierung keine klaren Richtlinien zu Verhaltensweisen und Maßnahmen für eine derartige Krise. Allmählich kamen dann aber aus aller Welt Informationen in Form von Nachrichten, wissenschaftlichen Studien und Meinungen von Experten und Amateuren. Ich erlebe mich oft so unzulänglich und hilflos und soll doch als Leitung für die Arbeit und für zuhause wichtige Entscheidungen treffen, bei denen es um die Fortführung unterschiedlicher Hilfeleistungen aber auch erforderliche Veränderungen zur Gewährleistung eines sicheren Umfelds geht. Ich empfinde sehr große Demut bei dem Gedanken, dass jede Entscheidung Auswirkungen auf viele Menschen hat, auf Mitarbeiter, ihre Familien und die Gemeinschaft, der wir dienen.

Hilfe für Wanderarbeiter

Der Anblick der Wanderarbeiter, die barfuß zurück nach Orissa kehrten und unseren Campus passierten, war herzzerreißend. Wir versorgten einige Gruppen mit Nahrungsmittelpaketen und Wasser. Ein paar junge Männer Anfang zwanzig, die mit Fahrrädern vorbeifuhren, erzählten uns, dass sie aus Mumbai und Bengaluru kämen (vom Westen bzw. Südwesten ganz hinüber/hinauf in den Osten des Landes weit über 1000 km). Einige hatten mit ihren Ersparnissen die Räder gekauft und kehrten nun nach Hause zurück, die Habseligkeiten auf dem Gepäckträger, eine Flasche Wasser und etwas Essen, das sie unterwegs aufgetrieben hatten. Auf ihrem Heimweg durch verschiedene Bundesstaaten mussten sie aufgrund von Sprachschwierigkeiten teilweise Umwege und damit längere Strecken auf sich nehmen. Wir sahen Familien, die mit ihren kleinen Kindern seit Wochen unterwegs waren und von der Großzügigkeit derjenigen lebten, die ihnen unterwegs etwas zu essen anboten.

Eines Abends bekam ich einen Anruf, dass etwa 300 Wanderarbeiter in der Nähe des Campus angekommen seien und dringen etwas zu essen brauchten. Die Mitarbeiter von Bridge of Hope, Familien vom Campus mit ihren Kindern, die sich eigentlich für die Nacht fertigmachten, krempelten die Ärmel hoch und innerhalb von zwei Stunden kochten sie und packten etwa 250 Nahrungsmittelpakete. Wir waren dankbar für die Gelegenheit, diesen Familien, die schon seit Tagen unterwegs waren, persönlich helfen zu können.

Medizinische Hilfe

Das Shalom-Krankenhaus ist eine kleine Landklinik mit Abteilungen für Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Kinder- und Augenheilkunde. Ohne Unterbrechung konnten Santhi und ich ambulante Patienten betreuen. Die Augenchirurgie mussten wir aufgrund staatlicher Verordnungen einstellen und nur dringende Notfälle behandeln. Einige an Leukämie erkrankte Kinder aus Vizianagaram, Nachbardistrikten wie Srikakulam, Visakhapatnam und sogar aus Orissa kommen zur monatlichen Chemotherapie. Nach fast dreimonatiger Pause haben wir wieder mit Augenoperationen begonnen, behandeln jedoch nur wenige, die aufgrund von Sehbehinderungen ihren Alltag nicht meistern können. Dazu mussten Arbeitszeiten der Mitarbeiter und auch Aufgabenbereiche neu organisiert werden, damit der Kontakt mit den Patienten auf ein Mindestmaß begrenzt wird und die Abstandsregeln in den Wartebereichen eingehalten werden können. Die Möglichkeit, dass Krankenhäuser zu Infektionsbrennpunkten werden, ist bei den wachsenden Infektionen innerhalb der Dorfgemeinschaft nicht auszuschließen.

Durch die begrenzte Gesundheitsinfrastruktur im öffentlichen Raum werden bei steigenden Zahlen private Kliniken auf den Plan gerufen werden. Das bedeutet, dass angesichts zunehmender Infektionen die Ärzte und Mitarbeiter des Shalom-Krankenhauses den staatlichen Verordnungen folgen müssen.

Santhi und ich haben täglich zwischen 18.30 und 20.30 Uhr Ambulanzsprechstunden in unserer Privatklinik in Vizianaggaram abgehalten. Angesichts der Bedürfnisse unserer eigenen Kinder im Teenageralter, die auch ihre Zeit mit uns benötigen, dachten wir kürzlich über einige Veränderungen nach. Die Pandemie erleichterte uns die Entscheidung, die Privatklinik zu schließen. Dadurch haben wir etwas mehr Freiraum für besondere Zeiten mit der Familie - gerade mit unseren Kindern, was vorher nicht möglich war. Santhi und ich sind sehr glücklich über diese Entscheidung, die uns nun Zeit miteinander ermöglicht, die wir seit über 10 Jahren schmerzlich vermisst haben.

Kirche

Seit dem Lockdown fehlt uns der Sonntagsgottesdienst mit der Gemeinschaft sehr. Allerdings können die Familien vom Campus jede Woche zum gemeinsamen Lobpreis zusammenzukommen. Da das Beisammensein mit der Familie durch enge Verbundenheit geprägt ist, hat jeder - auch die Kinder - aktiv Anteil daran. Eine besondere Zeit, die Familienbande in dieser Art von Familienkirche stärker werden lässt.

Eine meiner Patientinnen hatte einen Tag lang Fieber ohne weitere Symptome. Sie rief mich während eines arbeitsreichen Tages an. Ich wollte all ihre Fragen beantworten, sie ermutigen. Als sie traurig schilderte, dass sie ihre immer kränklicher werdende Schwiegermutter nicht mehr pflegen konnte, weil sie fürchtete diese anzustecken, war ich zutiefst bewegt. Sie bat mich zum Schluss für ihre Familie zu beten.

Heute Morgen beim Frühstück wurde mein Herz erfüllt mit Dankbarkeit für einen weiteren Tag, für gesundes Essen, für eine Familie voller Liebe und Fürsorge, für eine Gemeinschaft, die meine Hilfe benötigt und für Freunde überall in der Welt, die uns auf unserem Weg ermutigen, unterstützen und anspornen. Vor allem bin ich dankbar, dass ich den Gott der Schöpfung, den Allerhöchsten, meinen Vater nennen darf. Was will ich mehr?

Leiter des Projektes (Name wird aus sicherheitsgründen nicht genannt)



Stand 10.06.2020

Nepal – Strenge Ausgangssperre im Lockdown erschwert Nothilfe

Vor fünf Jahren starben bei einem schweren Erdbeben in Nepal fast 9000 Menschen. Noch heute leidet das Land vielfach unter den Folgen. Viele verarmte Familien haben durch das Erdbeben ihre Einkommensquelle verloren. Außerdem sind viele Schulgebäude nach wie vor zerstört. Der langsame Wiederaufbau bekannter Kulturstätten wegen fehlender Geldmittel hält die Touristen, eine wichtige Einnahmequelle für diese arme Region, fern.

Corona ist ein Problem – der Hunger ein noch dringenderes

Nun aber leidet das Land, wie viele andere, auch noch unter der Corona-Pandemie. Und die Nebenwirkungen des Virus stellen für die Menschen oftmals eine noch größere Gefahr dar als das Virus selbst. Hunger. Durch die Pandemie und den damit verbundenen Lockdown haben viele Menschen ihre Arbeit verloren oder können dieser nicht mehr nachgehen. Da die Menschen hier „von der Hand in den Mund“ leben, gehen ihnen die Lebensmittel aus, denn es ist kein Geld da um Nachschub zu kaufen. Viele Märkte sind geschlossen und wenn Lebensmittel zu bekommen sind, sind sie teuer und damit für die arme Bevölkerung nicht mehr bezahlbar.

Eine weitere Gefahr besteht für unsere Patenkinder darin, dass die Schüler, genau wie nach dem Erdbeben, nicht mehr in die Schule zurückkehren. Außerdem steigt das Risiko des sexuellen Missbrauchs. Hier versuchen unsere Partner vor Ort mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, damit sie nicht verloren gehen.

Unser Projektpartner schreibt:

„Wir sind hier seit den letzten 3 Monaten wirklich eingesperrt. Der Lockdown wird wie eine komplette Ausgangssperre gehandhabt. Wir haben kaum eine Möglichkeit das Haus zu verlassen. Sicherheitskräfte sind überall am Straßenrand und überwachen dies. Trotz dieser Situation ist es uns gelungen Nothilfe für bedürftige Menschen in Kathmandu zu leisten, die nichts mehr zu Essen hatten. An einigen Stellen haben wir eine Ausgabestation für Hilfsgüter eingerichtet und sie versorgt, aber die meisten Familien konnten wir mit Hilfe angemieteter Fahrzeuge zu Hause mit Nahrungsmittel beliefern. Auch haben wir ein Drogenrehabilitationszentrum finanziell unterstützt. Es gab 20 Menschen, die regelmäßig behandelt wurden, denn alle litten sehr unter der Nahrungsmittelknappheit im Zentrum. Insgesamt konnten wir 160 bedürftigen Familien in Kathmandu Nothilfe leisten und werden unsere Hilfe hier noch ausweiten.“

Der Rautahat-Distrikt, in dem auch die Inter-Mission ein Projekt unterstützt, wurde zu einem Hotspot des Virus und ist von Corona stark betroffen. 60% der Unterstützung aus dem Corona-Solidaritätsfonds, die unsere Projekte in Nepal erhalten haben, wurden dazu genutzt die Patenkinderfamilien zu unterstützen. Seit Wochen arbeiten die Partner unserer Organisation in Nepal daran, den Familien der Schüler Nothilfe zu leisten. Aber wegen der Sperrung sind dort alle Banken und Märkte geschlossen, was die Unterstützung erschwert.

Reis und Hülsenfrüchte werden durch die Partner der Inter-Mission in Nepal verteilt

Nahrungsmittel werden in Nepal auf dem Rücken nach Hause transportiert



Stand 06.05.20

Indien – der Lockdown als Gefahr für die Kinder

Durch den Lockdown in Indien wurden alle Schulen geschlossen und auch unsere Heimkinder wurden zurück zu ihren Familien geschickt. Jedoch stehen unsere Mitarbeiter über Videoanruf in regelmäßigem Austausch mit den Kindern.

Eine Umfrage eines unserer Partner ergab beunruhigende Ergebnisse in Bezug auf das Wohl der Kinder in den Familien. Hunger taucht wieder als beängstigende Realität auf. Etwa die Hälfte der Kinder gab an, dass es ihnen nur darum geht, irgendwie zu überleben. Mehr als die Hälfte der Kinder hat eine tägliche Versorgung mit Lebensmitteln angefragt, da in den Familien schon ohne ihr Heimkommen Hunger herrschte und das Essen nun noch knapper wird. 97% der Kinder wünscht sich eine schnelle Rückkehr ins Heim. Auch geben viele Kinder an, dass sie sich nicht sicher fühlen in den Familien. Oftmals fühlen sie sich unerwünscht und haben Angst vor häuslicher Gewalt.

Mehr als 1.000 Lebensmittelpakete wurden an die Familien verteilt. Diese werden u.a. aus den Mitteln des Corona-Solidaritätsfonds der Inter-Mission finanziert, an dem sich schon viele Spender beteiligt haben. Dafür möchten wir uns im Namen aller Kinder bei unseren Spendern von Herzen bedanken.

Menschen stehen Schlange für Lebensmittel

Lebensmittel werden in den armen Dörfern verteilt


Stand 28.04.2020

Wie die Armen den Ärmsten der Armen helfen

Es ist gut zu sehen, dass die Menschen in unseren Projekten nicht nur an sich selbst denken, sondern auch dringend benötigte Nahrungsmittel an Bedürftige in der Nachbarschaft verteilen. Dabei haben sie auch ein Ohr für die Nöte und Ängste der Menschen.

Indien – Chennai - Nachricht eines unserer Partner in Chennai:

„Ich möchte mich bedanken bei allen, die treu gebetet haben. Außerdem haben viele von Ihnen großzügig gegeben und uns dabei geholfen Menschen zu erreichen. Wir konnten Beziehungen aufbauen und in einer sehr schwierigen Zeit offenbarte sich Gottes Liebe im Leben vieler Menschen, die auf der Straße zurückgelassen wurden, obdachlos, ohne Arbeit und ohne Essen. Durch Ihre Spende ermöglichten Sie unseren Mitarbeitern, unseren Dorfpfarrer und mir gemeinsam dem Herrn in unserem Land zu dienen. Preiset den Herrn!“

„Wir wissen, wie wichtig es ist, Menschen nicht nur zu mit Nahrung zu versorgen, sondern sie persönlich zu erreichen und ihnen Trost zu spenden. Es ist eine Sache Nahrungsmittelpakete zusammenzustellen und zu verteilen, um den Menschen für den Moment zu helfen. Unsere Mitarbeiter bauen außerdem aber noch Beziehungen zu den Menschen vor Ort auf und lassen sie spüren, dass sie nicht allein sind und ihr Schicksal uns berührt.“

Afrika – Sierra Leone - Ein Auszug aus einer Mail eines Mitglieds des Leitungsteams einer Blindenschule

Erste Fälle sind leider nun auch in Sierra Leone aufgetreten.

„Es ist geplant, Reissäcke zu kaufen und sie an Familien von Schülern und Lehrern zu verteilen, um sie zu ernähren, wenn die Situation dies zulässt, und Seife zu kaufen (wie sie während der Ebola-Epidemie verwendet wurde). Ich bin mir der Unterstützung von Inter-Mission voll und ganz sicher.“ 

„Die Berichte über die Infektionsfälle steigen und wir beten weiterhin für die Nationen auf der ganzen Welt, dass Gott die Weisheit und Einsicht gibt, um dieser Pest ein Ende zu setzen, und wir glauben, dass Gott antworten wird.“

In Uganda helfen die Mitarbeiter in den Projekten die umliegenden Familien zu ernähren

Indische Frauen packen Nahrungsmittel für Familien


Stand 10.04.2020

Gelder aus dem Corona-Solidaritätsfonds kommen an

Durch die großzügigen Spenden in unseren Corona-Solidaritätsfonds und durch freie Spenden konnten in unseren Projekten viele Menschen mit dringend benötigten Nahrungsmitteln und mit Hilfsmitteln wie einem Mund-Nasenschutz und Desinfektionsmitteln ausgestattet werden. Mobile Desinfektions- und Waschstationen für entlegene Gegenden und für unsere Schulen wurden angeschafft. Dafür sind wir unendlich dankbar und es zeigt sich, dass wir einen Unterschied bei den Menschen vor Ort machen und so Nächstenliebe praktisch leben können.

In Deutschland machen die über 65-Jährigen 21 Prozent der Bevölkerung aus, in Afrika sind es nur 2 Prozent, also nur ein sehr geringer Teil der Menschen, der laut Experten ein hohes Risiko für Covid-19-bedingte Komplikationen hat. Dies und die mangelnde Möglichkeit der Testung können u.a. die Gründe für die immer noch sehr niedrigen berichteten Fallzahlen an Todesopfern durch das Corona-Virus in Afrika sein.

Viele Menschen in unseren Projektländern sind mangelernährt und haben Co-Infektionen. Zudem ist das Gesundheitssystem vielerorts in einem desolaten Zustand. In ganz Afrika stehen laut Medienberichten ca. 500 Beatmungsgeräte in Krankenhäusern zur Verfügung. Würde die Zahl der Beatmungspatienten also ansteigen, wird es ganz schnell katastrophale Folgen haben. Viele Krankenhäuser haben bereits geschlossen, weil nicht mehr genügend Personal zur Verfügung steht. Durch den Lockdown in Uganda können viel nicht mehr den Weg zur Arbeit in den Krankenhäusern antreten, weil keine Verkehrsmittel zur Verfügung stehen. Dadurch werden auch viele Patienten mit Malaria, Tuberkulose oder HIV nicht mehr behandelt. Die zu befürchtenden Kollateralschäden sind also enorm.

Dies gilt auch für viele Vorerkrankte in Indien. Hier hat sich das Problem der Millionen Wanderarbeiter nicht erledigt. Mit Polizeigewalt und Erniedrigungen werden diese von den Straßen geprügelt. Aber wo sollen sie hin? Viele verbleiben nach der Ausgangssperre weiterhin mittellos in den Großstädten oder sind immer noch zu Fuß unterwegs in ihre Heimatdörfer, wo sie das Virus einschleppen. Es gibt auch Berichte von Wanderarbeitern, die in sogenannten Quarantäne-Lagern an Mangelernährung gestorben sind. Es gibt aber auch Positives zu berichten. Einer unserer Partner im Bereich Ausbildung hat eine Maske für Krankenhäuser entwickelt, die im 3D-Drucker hergestellt werden kann. Diese Entwicklung wurde auch an andere Krankenhäuser im Land weitergeleitet, um Ärzte und Pfleger zu schützen.

In Indien wird Essen an Bedürftige ausgegeben

Masken aus dem 3D Drucker werden hergestellt



Stand 31.03.2020

Corona-Update - NGO´s sollen helfen

Das Virus breitet sich in Indien weiter aus. Bilder aus den Nachrichten zeigen uns Wanderarbeiter, die wegen der rigorosen Ausgangssperre massenhaft indische Großstädte verlassen, um in ihre Heimatorte zurückzukehren. Aber weder Busse noch Bahnen fahren zurzeit. Die lokalen Behörden in Indien fordern einige Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO´s) auf, sich zu melden und den Menschen zu helfen. Dafür bekommen sie eine Sonderlizenz zur Aufhebung der Ausgangssperre. Auf dem untenstehenden Foto sehen wir ein Team unserer lokalen Partner mit Lebensmittel-Tüten, die sie an die arme Bevölkerung verteilen. Helfer in den Projekten arbeiten daran, Mund- und Nasenschutzmasken für die Menschen vor Ort zu nähen und diese zu verteilen. Positive Nachrichten können wir zurzeit in den Medien über Afrika wahrnehmen. Viele afrikanische Länder haben sehr früh reagiert und Schulen und Universitäten geschlossen. In Sierra Leone wurden bereits im Januar alle Einreisenden aus China in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Wir können nur hoffen und beten, dass diese Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen…

Nahrungsmittelpakete werden an die Armen verteilt

Mund-Nasenschutzmasken werden in Indien genäht



Christenverfolgung Aktuell

Der jährlich erscheinende Weltverfolgungsindex ist eine Rangliste der 50 Länder, in denen Christen die stärkste Verfolgung wegen ihres Glaubens erleben. Er wird von einem ausführlichen Bericht darüber begleitet, wie sich Verfolgung in diesen Ländern äußert und auswirkt. Ziel ist es, Kirchen, Medien, Politik und Gesellschaft auf die Situation der bedrängten Kirche aufmerksam zu machen. Vor allem aber ist der Weltverfolgungsindex ein Aufruf zum Gebet und praktischen Einsatz für unsere weltweit am stärksten unterdrückten Glaubensgeschwister.

Laut Open Doors Deutschland steht Indien 2019 auf Rang 10 des Weltverfolgungsindex und hat sich um zwei Punkte innerhalb eines Jahres verschlechtert. Dies ist sicherlich auch der zurzeit noch bestehenden Regierung unter Premierminister Modi geschuldet.

Doch bald werden Neuwahlen stattfinden. In Indien werden die Wahlen auf dem Land gewonnen, sagt man, und vielleicht ist der begnadete Redner Modi aufgrund der zahlreichen Enttäuschten diesmal doch zu schlagen?

Das wäre auch die Hoffnung vieler Christen Indiens, denn in ihren Augen hat der in den letzten Jahren durch die Regierungspartei offen propagierte Hindu-Nationalismus das Leben für Kirchen und christliche Organisationen erheblich erschwert. Mit der propagierten Schwarzgeldbekämpfung und Demonetarisierung kam dann die fast vollständige Kontrolle der Bankkonten durch den Staat und viele, die Gelder aus dem Ausland erhalten, mussten erleben, wie diese Kontrolle zunehmend rigide gehandhabt wurde und wird. Von Seiten der Behörden werden gerne auch mal Gelder vorschnell zurückgehalten. Dies betrifft mittlerweile fast alle Partner der Inter-Mission. Man könnte hierbei von „Schikane“ sprechen. Der regierungsseits geförderte Hindu-Nationalimus gab außerdem den militanteren Kräften der landesweit agierenden RSS-Gruppierung Auftrieb. Die Kehrseite hiervon sind jedoch zunehmend Übergriffe gegen Pastoren und christliche Versammlungen. Die Kommission für Religionsfreiheit der ‚Evangelical Fellowship of India‘ benannte kürzlich in einer Pressemitteilung deren Gesamtzahl im Jahr 2018 mit 325 und vermeldete damit die Fortsetzung des seit 2017 registrierten, erheblichen Anstieges. Zahlreiche Kirchen, Priester und Pastoren wurden angegriffen, bedroht oder eingeschüchtert. Und auch hier waren und sind Partnerwerke der Inter-Mission betroffen.

Somit ist es an uns, Tag für Tag erneut für eine von Gottes Weisheit geprägte Regierung zu beten und unsere Schwestern und Brüder vor Ort im Gebet unter Gottes Schutz zu stellen.

Quelle: Open Doors Deutschland, Evangelical Fellowship of India, Auszug Persönlich 2/2019