Gruppenreise 2015 durch Indien

Gruppenreise 2015 durch Indien
Nach 11 Jahren konnten wir unsere zweite Reise nach Indien endlich wahr machen!
Achim und Katrin Gustke

Persönliche Eindrücke von Achim und Katrin Gustke

Nach 11 Jahren konnten wir unsere zweite Reise nach Indien endlich wahr machen – und waren wieder genauso beeindruckt und begeistert wie beim ersten Mal!

Als 12-köpfige Reisegruppe durften wir dieses große Land vom 22. Februar bis 15. März besuchen – vorbereitet und begleitet von Peter Arndt aus dem Büro der IM Deutschland. Im Jahr 2004 hatten wir bereits einen Einblick in die Arbeit von IMCARES in Mumbai (Bombay) erhalten und es war immer unser Wunsch gewesen, auch Arbeitsbereiche der Inter-Mission in anderen Landesteilen kennenzulernen.

Von Düsseldorf flogen wir mit unserer aus mehreren Gemeinden bunt gemischten Gruppe nach Chennai in Südindien, wo wir das Büro von IM India mit den indischen Mitarbeitern und auch Jochen Tewes mit der von ihm gegründete IID - dem Berufsausbildungszweig - besuchen durften. Es ist erstaunlich zu erleben, wie junge Menschen aus ärmsten Verhältnissen und ohne jede Chance, durch etwas Bildung die Möglichkeit erhalten, aus ihrem Leben etwas zu machen. Und sie sind so wissensdurstig! Auch in den Dorfschulen und Heimen konnte man das immer wieder erkennen. – Nach dem Besuch einiger Kinderheime und Lehrwerkstätten in und um Chennai und einem Tag am Südindischen Meer bei Mahabalipuram ging es per Flieger in den Norden.

Die nächste Station war Purnea, Bihar, bei Dr. Alex Philip, der hier das Missionswerk NIEA leitet. Wir besuchten mehrere Heime, Schulen, Dorfentwicklungsprojekte und ein Krankenhaus, dessen guter Ruf viele Kranke zur ambulanten und stationären Behandlung anzieht. Sie nehmen oft weite Wege in Kauf, um kompetente Hilfe erhalten. Eine OP-Schwester aus unserer Gruppe entschied sich spontan dafür, den Tag hier zu verbringen. - Der Abschied nach fünf Tagen von den lieb gewonnenen Mitarbeitern und Kindern lief dann nicht ohne Tränen ab.

Weiter ging es nach Westbengalen in die Berge, zu den Teeplantagen bei Darjeeling. Wir trafen dort Dilip Dutt, den Leiter von IEC und den Bergführer Nimtenzi, die uns mit viel Begeisterung und  Humor in ihre Welt einführten. Am Ankunftstag berührte uns der gemeinsame Gottesdienst mit Teepflückern, die wegen uns früher Feierabend gemacht hatten und uns freundlich und warmherzig empfingen. Anschließend gab es Gelegenheit zum Austausch und wir durften für einige Gemeindemitglieder beten.  Am folgenden Tag besuchten wir zwei Heime in den Bergen, ca. 1800 m hoch gelegen, und lernten dabei Nimtenzis Zuhause und seine Familie kennen. Hier wurden wir mit echtem Darjeeling Tee und sehr leckeren Keksen verwöhnt!

Nach einer aufregenden Fahrt mit dem Nachtzug von Siliguri nach Patna ging es im Auto nach Dehri-on-Sone in Bihar. Der indische Straßenverkehr ist ein Kapitel für sich, aber unsere professionellen Fahrer brachten uns immer gut und sicher ans Ziel. Und da sie mit der indischen Fahrweise bestens vertraut waren, haben wir uns (meistens) sicher gefühlt. Nur wenn der Fahrer die Luft scharf zwischen den Zähnen einzog, wussten wir, dass die Situation brenzlig war.

In Dehri-on-Sone erlebten wir die beeindruckende Arbeit von GEMS, deren Gründer und Leiter Jebakumar vor vielen Jahren aus Südindien kam, um im armen Bundesstaat Bihar mit Gottes Hilfe ein Missionswerk aufzubauen, das inzwischen beachtlich gewachsen ist. Es umfasst mehrere Einrichtungen, darunter auch Heime für an Polio erkrankte Kinder, ein Krankenhaus, eine Bibelschule, Dorfentwicklungsprojekte, aber auch eigene Geschäfte, Medienerstellung und -vertrieb und diverse andere Projekte. Wir waren sehr berührt davon, was Gott durch einen einzigen Mann - bzw. ein Ehepaar - erreichen kann. So viele Menschen wurden seither durch die frohmachende Botschaft von Jesus an Körper, Seele und Geist geheilt und folgen jetzt dem Erlöser nach! Auch hier besuchten wir Heime und Dorfentwicklungsprojekte in der Umgebung und konnten sehen, wie sehr die gelebte Liebe Gottes zusammen mit Bildung hoffnungsvolle Veränderung bringt: Ein junger Mann, der als Kind auf allen Vieren kriechend im Polioheim aufgenommen wurde, stand nun - nach einigen Operationen und Jahren der Ausbildung und Erziehung im Heim - vor einer Schulklasse in einem der Dörfer und unterrichtete als Lehrer!

Ein besonderes Erlebnis für uns war auch das Zusammentreffen mit unserem Patensohn, der mit seiner Familie in Amari Tola wohnt.  Das Dorf lebt von Prostitution und wird schon seit mehreren Jahren durch ein Entwicklungsprojekt erreicht. Für die Kinder des Dorfes wurde in der Nähe eine Schule gebaut. Es ist erstaunlich, wie sich der Ort seither zum Positiven verändert hat, obwohl die Situation noch immer noch sehr bedrückend ist.

Abhishek, unser Patensohn (11 Jahre alt), ist ein sehr lieber Junge, der Jesus sein Leben anvertraut hat. Im Dorf zeigte er uns stolz sein Zuhause und wir lernten kurz seine Eltern kennen. Es war ihm sehr wichtig zu betonen, dass er für uns betet. Und wir sollten auch für ihn beten. Unser Wunsch ist es, dass er eines Tages durch seine Ausbildung und natürlich durch seine Beziehung zu dem lebendigen Gott ein anderes Leben als die noch in die Prostitution verstrickten Dorfbewohner führen kann. Wir haben selbst gesehen, dass sich das Leben jedes Einzelnen, dem durch die Inter-Mission und die Partnerwerke geholfen wird, sehr wohl positiv verändert hat - auch wenn dies vielleicht, angesichts von 1,2 Milliarden Menschen in Indien, nur wie ein „Tropfen auf dem heißen Stein“ erscheint.

Vielen alten und neuen Freunden konnten wir Mut machen und ihnen danken für ihren Dienst in den Heimen, Dorfprojekten, Lehrwerkstätten und anderen Arbeitsbereichen. Man kann als Spender noch so viel Geld geben - wenn niemand da ist, der die Mittel gewissenhaft verwaltet und verteilt, geht die Hilfe ins Leere. Es war großartig zu sehen, was Gott in den 50 Jahren des Bestehens der Inter-Mission alles bewirkt hat durch Menschen, die sich von ihm haben gebrauchen lassen.

Wir fuhren nach Indien um zu segnen und wurden doch selbst überreich beschenkt.