Wo Ärzte fehlen, werden die einheimischen Lehrer zu Ersthelfern für hunderte Kinder

Rund 8,5 Millionen Menschen leben in Sierra Leone – doch vielerorts fehlt ihnen der Zugang zu medizinischer Versorgung. Auf 10.000 Einwohner kommen im Land nur 6,4 ausgebildete Gesundheitsfachkräfte, internationale Standards sehen ein Vielfaches vor. In ländlichen Regionen mangelt es an Ärzten, Medikamenten und schneller Hilfe. Für Kinder ist dies im Ernstfall lebensbedrohlich. Umso wichtiger ist es, dass die Lehrkräfte der Schulen unserer Partner vor Ort wissen, wie sie in akuten Situationen handeln können.

Die Inter-Mission unterstützt neun Schulprojekte in dem westafrikanischen Land, das eines der ärmsten weltweit ist. Für hunderte Kinder sind die Lehrerinnen und Lehrer die täglichen Ansprechpartner – und oft auch die ersten, die im Notfall helfen können, wenn sich ein Schüler verletzt oder krank wird.

Bei einem einwöchigen Workshop zur grundlegenden Gesundheitsfürsorge (Primary Health Care, Foto) wurde eine Gruppe Lehrer jetzt gezielt geschult. Es ging dabei um klassische Erste Hilfe und darüber hinaus um wichtige Maßnahmen der medizinischen Grundversorgung, damit sie ihren Schülern im Notfall auch mit einfachsten Mitteln effektiv helfen können.

Im Laufe der Schulungswoche beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Hygiene und Krankheitsprävention, Erkennung von Unterernährung und Malaria-Warnzeichen sowie mit einem strukturierten Notfallalgorithmus, der Schritt für Schritt vorgibt, was man in Notfällen tut. Praktische Übungen zu Reanimation, dem Umgang mit Verbrennungen, Knochenbrüchen und Schlangenbissen – den ihn Sierra Leone häufigsten Notfällen bei Kindern – sowie zur psychologischen Seite der Ersten Hilfe gehörten zum Trainingsprogramm. Der Schwerpunkt lag darauf, mit einfachen Mitteln schnell und richtig zu reagieren, wo medizinische Hilfe nicht sofort erreichbar ist. Die Inhalte wurden nicht nur theoretisch, sondern gemeinsam auch praktisch eingeübt.

Melanie Jeske, die den Workshop mit unterrichtete, erlebte die Woche als sehr bereichernd. Sie berichtet vom großen Engagement der Lehrkräfte: „Sie wollen die Gesundheit und Sicherheit der Kinder an ihren Schulen verbessern.“ Gleichzeitig habe sich gezeigt, wie wichtig regelmäßige Fortbildungen und praktische Übungen sind, um das Wissen zu festigen und mehr Sicherheit im Umgang mit Notfällen bei Kindern zu gewinnen. Da medizinische Versorgung in Sierra Leone teils schwer zugänglich ist, kommt es im Notfall auf die schnelle Hilfe durch Lehrer an unseren Partnerschulen an.

Dieses Wissen für die Lehrer kann im Notfall den entscheidenden Unterschied ausmachen – und mit dazu beitragen, dass Kinder in den Schulprojekten unseres Partners „Cotton Tree Foundation“ besser geschützt und versorgt sind.

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