Südasien: Kindern Bildung, Orientierung und Hoffnung geben

„Früher wusste ich nicht, ob ich überhaupt einmal zur Schule gehen kann“, sagt Reena (Name geändert) leise. „Heute träume ich davon, einmal selbst anderen zu helfen.“ Am Nachmittag sitzt sie über ihren Büchern. Konzentriert folgt die junge Frau aus einer der ärmsten Regionen Südasiens dem Unterricht an ihrem College, macht sich Notizen und beteiligt sich an Diskussionen im Kurs. Wer Reena heute sieht, begegnet einer Jugendlichen mit Selbstvertrauen und Zukunftsplänen. Kaum jemand würde vermuten, wie schwierig ihr Weg hierher war.

Reena stammt aus einem abgelegenen, bitterarmen Dorf im Hügelland. Morgens hört man das Klappern von Metalltöpfen, Stimmen auf den schmalen Wegen und die Rufe von Händlern. Frauen holen Wasser, Kinder gehen barfuß zur Schule, Erwachsene brechen zu den umliegenden Feldern oder Baustellen auf, um als Tagelöhner Arbeit zu suchen. Die Häuser sind schlicht – aus Lehm oder Ziegeln, mit Wellblech- und Strohdächern. Sauberes Wasser muss von weither zu Fuß geholt werden und medizinische Versorgung ist für die Menschen hier unerschwinglich. Ein neuer Tag bedeutet für die Meisten hier zunächst nur eines: genug Geld verdienen, damit am Abend eine Mahlzeit auf dem Tisch steht.

Reena wurde in eine arme christliche Familie hineingeboren, die Eltern waren Tagelöhner. Als Reena noch klein war, ließ der Vater ihre Familie im Stich und heiratete eine andere. Ihre Mutter musste fortziehen, um Geld zu verdienen. Reena blieb bei ihrem alternden Großvater zurück, ebenfalls ein Tagelöhner. Verlässliche Schulbildung, regelmäßige Mahlzeiten und ein stabiles Zuhause waren Fremdwörter für sie.

Eines Tages nahm das Team einer unserer Partnerorganisationen Reena in ihr Nachhilfezentrum auf. Sie war eine der ersten Schülerinnen im Projekt. Die Möglichkeiten unserer Partnerorganisation hier waren anfangs sehr begrenzt – ein einfacher Raum, wenige Materialien. Doch sie hatten eine klare Vision: Kindern Bildung, Orientierung und Hoffnung zu geben! Dank Gottes Gnade und der treuen Unterstützung der Inter-Mission entwickelte sich im Laufe der Jahre ein umfassendes Dorfentwicklungsprogramm. Für Reena und viele andere Kinder eröffneten sich völlig neue Perspektiven.

Zum ersten Mal war sie in einen geregelten Tagesablauf eingebunden, Reena erlebte Unterstützung beim Lernen und Menschen, die ihr Aufmerksamkeit und Ermutigung schenkten. Reena lernte Lesen und Schreiben, erweiterte ihr Wissen über Land und Gesellschaft und hörte die gute Botschaft der Bibel. Das Team stärkte ihren Verstand und Glauben. Referate, Aufsatzschreiben, Theater, Tanz, Singen und Spiele gehörten ebenso zum Programm wie Hygieneunterricht und wie man Verantwortung in der Gemeinschaft trägt.

Schritt für Schritt wuchs Reenas Selbstvertrauen. Sie entwickelte Disziplin und lernte christliche Werte kennen, die sie bis heute im Herzen trägt. Im Zentrum gab es täglichen Mahlzeiten, während zu Hause nicht immer Essen auf den Tisch kam. Die ausgewogene Ernährung stärkte ihre Gesundheit und half ihr, sich beim Lernen zu konzentrieren.

Inzwischen besucht Reena die Oberstufe und beteiligt sich gern an den Aktivitäten ihres Colleges. Aus dem verletzlichen Mädchen von früher ist eine mutige junge Frau geworden, die hoffnungsfroh in die Zukunft blickt. „Ohne eure Unterstützung hätte ich diese Chance nie bekommen“, lächelt Reena. Ihre Geschichte zeigt, wie sich Lebenswege verändern können, wenn Kinder gefördert werden und Menschen an sie glauben.

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