SRI LANKA – DAS VERMEINTLICHE PARADIES

Die meisten Europäer kennen Sri Lanka, das ehemalige Ceylon, nur aus Ferienprospekten oder von Tee-Packungen. In gewisser Weise hat das Land auch etwas „Paradiesisches“, aber nur für Touristen. Die Krisen der letzten Jahrzehnte haben das Land geschwächt und weite Teile der Bevölkerung in bittere Armut gestürzt. Ein Jahrzehnt Bürgerkrieg hat Opfer von fast jeder Familie des Landes gefordert. Covid traf das Land bis ins Mark, denn der Tourismus als wichtiger Devisenbringer für dieses strukturschwache Land brach weg. Es kam zur Wirtschaftskrise und dem faktischen Bankrott des Landes.

Die Folge war ein Zusammenbruch öffentlicher Dienstleistungen. Notfallpatienten mussten ihr Verbandsmaterial in die Klinik mitbringen. Die Mittelschicht rutschte in die Verarmung. Nachdem endlich wieder Schulbesuch möglich war, konnte die Regierung den Kindern noch nicht einmal Papier und Schulhefte zur Verfügung stellen. Es kam zum Volksaufstand und der Vertreibung der Regierung aus Amt und Land.

Sri Lanka erholt sich allmählich von der Wirtschaftskrise und der Tourismus floriert wieder. Dennoch bleibt Armut an der Tagesordnung. Gestiegene Lebenshaltungskosten machen es Familien schwer, ihren Kindern die grundlegende Versorgung und Schulbildung zu ermöglichen. Es besteht Medikamentenmangel, Benzin ist rationiert.

Unsere beiden Projekte für insgesamt 100 Kinder in Colombo-Stadt im Westen sowie in Jaffna im Norden der Insel helfen Familien und Kindern. In Colombo investiert sich unser Partner eigeninitiativ auch in eine Klinik mit Leprakranken – diese werden von der Regierung so gut wie nicht versorgt. Das Projekt in Jaffna im Norden der Insel ist ebenfalls gut angelaufen und hilft, Hunger zu lindern.

BILDUNG UND SCHÜLERSPEISUNG IN JAFFNA

Der erste Projektpartner in Sri Lanka ist die in Colombo entstandene, aber nun überwiegend im Norden des Landes tätige Organisation Y-Gro. Sie existiert bereits viele Jahre und hat Kinder aus Armutsfamilien im beginnenden Schulalter im Fokus, welche sie systematisch weiter begleitet. Dies geschieht durch christliche Mitarbeiter in enger Abstimmung mit den Sozialbehörden der Distrikte, in denen sie tätig sind.

Unser Partner Y-Gro bietet Zusatzunterricht für Schülerinnen und Schüler der zweiten und dritten Klasse an, die in den Fächern Englisch und Mathematik Nachhilfe benötigen. Neben dem Unterricht erhalten die Kinder Hefte, Stifte und Schulbücher sowie Schuluniformen und Schuhe. Weil Lernen mit leerem Bauch schwierig ist, gibt es auch Mahlzeiten und Pausensnacks.

Angebote für die ganze Familie und individuelle Unterstützung der Eltern (z.B. durch Hausbesuche) helfen dabei, Probleme zu erkennen und zu lösen, die den Kindern das Lernen erschweren. Y-Gro legt den Schwerpunkt auf Bildung, verfolgt dabei aber einen ganzheitlichen Ansatz, der körperliches, emotionales und soziales Wohlbefinden der Kinder einschließt. Bildung wird nicht nur leistungsorientiert, sondern werteorientiert vermittelt.

KINDERHILFE DER GEMEINDE SEED IN COLOMBO

Die Projekte der Inter-Mission in Sri Lanka begannen auf dem Höhepunkt der Covid- und Wirtschaftskrise 2022. Der Hinweis eines langjährigen indischen Partners führte uns zu einer kleinen, rührigen Gemeinde im Norden der Hauptstadt, deren Gründer und Pastor, Johnson, selbst aus dem dortigen kriminellen Milieu stammte, bevor er seine lebensverändernde Begegnung mit Jesus Christus hatte. Er begann neben der Gemeindearbeit, verwahrloste und unbetreute Kinder aus der Nachbarschaft zu sammeln, mit einem regelmäßigen Essen zu versorgen und, vor allem, ihnen zuzuhören und Annahme zu schenken.

Die meisten der bis zu 60 Kinder stammen aus zerbrochenen Familien, Väter sind im Gefängnis, oft wegen Drogenproblemen, manche Mütter arbeiten im Rotlichtmilieu. In der kleinen Gemeinde finden die Kinder ein Tages-Zuhause, manche auch eine Notunterkunft für die Nacht, Annahme, Nachhilfe und wieder (oder erstmals) eine Perspektive. Pastor Johnson und seine Frau Rovina leisten eine wertvolle Elternarbeit. Kinder aus christlichem, hinduistischem und moslemischem Hintergrund hören die Geschichte von Pastor Johnson selbst und der Person, die sein Leben so zum Guten gewendet hat: Jesus Christus.

Beeindruckend ist die weitergehende Einsatzbereitschaft der kleinen Stadtgemeinde für ihr Umfeld. Ein Team geht beispielsweise regelmäßig ins nahegelegene Spital mit Krebspatienten. Ihre einfachen Tätigkeiten wie Waschen, Wunden versorgen oder mal wieder ein Haarschnitt bringen die Liebe Jesu in Krankenzimmer.

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