Video von unserem Partner NIEA (National Indian Education Association)

Video von unserem Partner GEMS (Gospel Echoing Missionary Society)

Übersetzung des Videos von GEMS:

Herzliche Grüße von GEMS aus Bihar in Indien. Wir von der GEMS-Familie haben in den letzten Wochen sehr gelitten. Durch die Gnade Gottes hat sich die Sterberate nun stark reduziert. Vielen Dank für eure Gebete und danke für eure Anteilnahme. Die generelle Situation in Indien wird insgesamt immer schlimmer. Vielleicht habt ihr in den Nachrichten gelesen, dass Verstorbene sogar in den Fluss geworfen werden.

Doch der medizinische Dienst von GEMS wächst, um den bedürftigen Menschen in den Dörfern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die bei uns arbeiten, zu helfen. Das GEMS Multispecialty Hospital in einer abgelegenen Gegend von Bihar kümmert sich um die Bedürfnisse vieler Menschen.

Interview mit Dr. Ashok, Leitender Arzt des Spitals:

Dr. Ashok, wie ist die aktuelle Situation in Bihar?

Die zweite Welle ist im Vergleich zur ersten sehr schwerwiegend. Im April 2020 hatte uns die erste Welle erfasst und wir mussten unseren Betrieb umstellen. In der Anfangszeit hatten wir eine Menge Herausforderungen. Durch die Gnade Gottes, eure Gebete und Spenden konnten wir die Arbeit durchgehend aufrechterhalten.

Als eine Ermutigung möchte ich euch mitteilen, dass uns zu unserer Überraschung die lokale Regierung gebeten hat, unser Krankenhaus zu einem dedizierten Covid-Care-Centre zu erweitern. Die Genehmigung wurde uns innerhalb eines Tages erteilt und es ist ein großartiger Schritt, um den medizinischen Dienst von GEMS auf ein höheres Niveau zu bringen.

Wie ist die aktuelle Situation im Krankenhaus?

Zurzeit behandeln wir Patientinnen und Patienten, die mit mittelschweren bis schweren Erkrankungen zu uns kommen. Anfangs begannen wir mit einer minimalen Behandlung und später konnten wir die Patientinnen und Patienten mit Hilfe von Beatmungsgeräten versorgen. Auch jetzt kämpfen viele GEMS-Mitarbeitende, Menschen aus anderen christlichen Organisationen und aus unseren Gemeinden auf der GEMS-Intensivstation um ihr Leben.

Das Land ist mit der gesamten medizinischen Infrastruktur total überfordert und wir haben entschieden, die GEMS-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dörfern zu unterstützen. Daher wurde ein "Home Management Kit" mit 16 Artikeln, darunter ein Sauerstoffmessgerät, Fiebermesser, Inhaliergerät und Notfallmedikamente, in rund 500 Orte verteilt.

Um den Menschen zu helfen, die während der Covid-Pandemie hungern, haben wir auch bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgt. Rund 2'000 Menschen konnten wir so unterstützen.

Wie wird es nach der Pandemie weitergehen. Wie nützlich werden die Investitionen, die in die Ausrüstung getätigt wurden, nach der Krise sein?

Die Auswirkungen der zweiten Welle werden uns wahrscheinlich bis im Juli beschäftigen, und es wird vorhergesagt, dass eine dritte Welle ebenfalls sehr wahrscheinlich ist. Covid-19 wird uns vermutlich noch einige Jahre beschäftigen. Alle Investitionen der letzten Monate habe wir auch mit Blick auf die Zeit nach der Krise getätigt. Der größte Teil der neuen Ausrüstung und Infrastruktur hilft uns auch für den "Normalbetrieb". Das GEMS-Krankenhaus liegt strategisch günstig an der Grenze von drei Bundesstaaten und die Menschen aus sieben Distrikten nutzen unsere Dienstleistungen. Es ist eine Drehscheibe für die sehr wichtige medizinische Versorgung in dieser Region.

Wie sieht es mit den "spezialisierten" Abteilungen aus, in die investiert wurden bzw. in die sie investieren möchten?

Wir möchten uns in drei Bereiche weiter spezialisieren: Onkologie, Kardiologie und Urologie.

Einer der benötigten Tests für Covid Patienten ist der CT-Scan (Computertomographie). High Dependency Units (HDU) mit Sauerstoff und Beatmungsgeräten, die derzeit für Covid genutzt werden, sollen auch für die anderen Fachabteilungen genutzt werden. Wir haben drei Kardiologen unter Vertrag, die bereit sind, uns auf monatlicher Basis zu besuchen, um kardiologische Fälle zu behandeln, für die das CT-Gerät von großem Nutzen sein wird, um Behandlungen bis hin zur CT-Angio (Blutgefäße im Körper darstellen) durchzuführen. Wir haben Dr. Stanley, der bereits Chirurg ist, und jetzt als Urologe ausgebildet wird. Er wird im Oktober 2021 zurückkommen, um bei uns zu arbeiten. Er braucht eine geeignete Ausrüstung für die Dialyse.

Wir haben in GEMS eine Krebsvorsorgeklinik eingerichtet und drei Onkologen haben sich verpflichtet, uns monatlich zu besuchen, um Operationen durchzuführen. Als sie das letzte Mal bei uns waren, haben sie 28 Operationen in drei Tagen durchgeführt. Sie haben uns gebeten, Geräte für die Radio-Therapie-Einheit zu beschaffen. In ganz Bihar gibt es nur zwei Krebsbehandlungszentren. GEMS wird das dritte Zentrum sein. Tausende werden davon profitieren.

Das GEMS-Krankenhaus behandelte in den Jahren 2018 und 2019 im Durchschnitt etwa 55.000 Patienten. Während Covid konnten wir 2020 rund 26.000 behandeln. Die Menschen reisen bis zu viereinhalb Autostunden weit, um medizinische Hilfe zu bekommen. Dieses Krankenhaus ist eine Hoffnung für viele.

Liebe Freunde, wir hoffen, dass euch das Video einen guten Überblick über die Covid-Realität in Bihar und die Reaktion von GEMS auf die Zukunft gegeben hat. Wir möchten euch versichern, dass all eure Unterstützung und Investition eine "Oase" für viele sein wird. Danke für eure Gebete und eure aufopferungsvolle Unterstützung. Danke, dass ihr uns in dieser dunkelsten Zeit beisteht.

Betet für die Sicherheit der Ärzte, des medizinischen Personals und auch der vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Dörfern. Gott segne euch!